Hundert Kontraktoren betroffen

IBM Deutschland spart bei freien Mitarbeitern

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Nach schwachen Umsätzen im ersten Quartal 2009 will die Deutschland-Tochter des US-Konzerns IBM die Ausgaben für externe Fachkräfte reduzieren, berichtet das Handelsblatt.

Rund hundert der so genannten Kontraktoren erhielten von IBM Deutschland Anfang dieser Woche zunächst eine mündliche Kündigung des Vertrages, berichtet das "Handelsblatt" online. Die Kündigungswelle dürfte in Zusammenhang mit den an diesem Montag veröffentlichten Quartalszahlen des Gesamtkonzerns stehen, spekuliert die Zeitung: Zwar hatte IBM beim Gewinn pro Aktie die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen, der Umsatz war aber um elf Prozent und damit stärker als erwartet zurückgegangen. Zum Zeitpunkt der Telefonkonferenz – am Montag nach US-Börsenschluss – hatten die Kontraktoren laut "Handelsblatt" ihre mündliche Kündigung allerdings schon erhalten; sogar von einer Kündigung sämtlicher Kontraktoren, und dies bereits zum 2. Mai., war gegenüber Betroffenen die Rede.

Die Entscheidung sorgte in den deutschen Niederlassungen für Aufruhr: Es habe “Meetings über Meetings über Meetings gegeben”, sagte einer der gekündigten Kontraktoren der Zeitung. “Alle Projektmanager sind schockiert”, sagt auch eine IBM nahestehende Personaldienstleisterin. Denn offenbar wurde auch Kontraktoren gekündigt, die bei Kunden von IBM Schlüsselpositionen im IT-Management besetzten. Mittlerweile würden deshalb einige Kündigungen wieder zurückgenommen. Nach Informationen aus dem Unternehmen müssen die zuständigen Manager dafür aber ausführliche Begründungen “an die höchsten Stellen” schreiben. Zudem werde versucht, die Konditionen der Beschäftigung neu zu verhandeln.

IBM Deutschland selbst wollte gegenüber dem "Handelsblatt" zu den Vorgängen nicht Stellung nehmen. Die Experten haben nach Auskunft aus Branchenkreisen keine direkten Verträge mit IBM, sondern werden von spezialisierten Dienstleistern wie Hays oder Goetzfried zumeist für mehrmonatige Zeiträume verpflichtet; diese Verträge werden häufig verlängert, manchmal insgesamt über Jahre. Insgesamt soll IBM mit 30 bis 40 solcher Dienstleister zusammenarbeiten.