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IBM darf PC-Sparte an Lenovo verkaufen

09.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM darf den angestrebten Verkauf seiner PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo abschließen. Das Committee on Foreign Investments in the U.S. (Cfius) hat seine Überprüfung des Deals vorzeitig abgeschlossen und grünes Licht gegeben. Der für ausländische Direktinvestitionen zuständige Ausschuss setzt sich aus Vertretern von elf US-Ministerien zusammen, darunter das für Handel, Verteidigung, Justiz und Heimatschutz (Homeland Security).

"Wir haben die uneigeschränkte Zustimmung von den Mitgliedern des Komittees erhalten", sagte Stephen Ward, bei IBM für die Personal Systems Group verantwortlich, in einem Gespräch mit dem "Wall Street Journal". Ward soll CEO von Lenovo werden, sobald der Deal abgeschlossen ist.

Die Übernahme war zwischenzeitlich in Gefahr geraten, weil Politiker Sicherheitsbedenken wegen des Verkaufs der Hightech-Sparte an ein chinesisches Unternehmen geäußert hatten. Sie fürchteten, dass China einige Fabriken in den USA als Ausgangspunkt für Industriespionage in die Hand bekommen könnte.

Lenovo wird nun nach dem 1,25 Milliarden Dollar teuren Kauf der IBM-Unternehmenseinheit drittgrößter PC-Anbieter der Welt. Big Blue bleibt mit 19 Prozent beteiligt und gestattet Lenovo, für zunächst fünf Jahre die Markennamen von IBM zu verwenden. Außerdem will IBM weiterhin Services, Finanzierung und Support in Händen behalten.

Beide Hersteller arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Integration. Viele IBM-Kunden und Partner sehen die Transaktion allerdings mit gemischten Gefühlen: Der Investment-Bank Merrill Lynch planen einer Umfarge zufolge 45 Prozent der CIOs großer US-Unternehmen, sich nach einem anderen PC-Lieferanten umzusehen. Mit einer kostspieligen Marketing-Kampagne möchte Big Blue diesen Exodus aufhalten. (hv)