Automatisierung, Green IT, System Management

IBM beschwört die dynamische Infrastruktur

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Nach den großen Kampagnen zu E-Business und On Demand hat Big Blue ein neues Leitthema entwickelt: Die Dynamic Infrastructure soll digitale und physische Welten verschmelzen.

"Heute stellt IBM die wesentlichen Elemente für die IT-Infrastruktur des 21. Jahrhunderts vor." Mit diesem gewohnt selbstbewussten Satz kündigte der IT-Konzern Anfang dieser Woche eine breite Palette neuer Produkte an (siehe unten). "Wir nennen sie Building Blocks", erläuterte Pete McCaffrey, der bei IBM den vielsagenden Titel "Director of Strategy for Dynamic Infrastructure" trägt. Dahinter verberge sich eine Sammlung von Produkten und Services, die es Kunden ermögliche, digitale und physische Welten zu vereinen. Am Ende könnten Unternehmen und Behörden von einer effizienteren Infrastruktur profitieren und die "Herausforderungen eines "global integrierten Planeten" besser beherrschen.

IBMs Konzernstrategen im amerikanischen Armonk hoffen mit der Dynamic Infrastructure auf einen Milliardenmarkt.
IBMs Konzernstrategen im amerikanischen Armonk hoffen mit der Dynamic Infrastructure auf einen Milliardenmarkt.

Von der "konvergierenden Infrastruktur" verspricht sich IBM große Absatzchancen. Die Strategen zitieren unter anderem das Marktforschungs- und Beratungshaus IDC. Demzufolge könnte das Marktpotenzial für entsprechende Software, Server und Dienstleistungen im Jahr 2012 auf rund 95 Milliarden Euro anschwellen. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich bei den neuen Angeboten zu einem großen Teil um neue System-Management-Software aus der "Tivoli"-Familie. Hinzu kommen Systeme für die Bereiche Sicherheit, Daten- und Speicher-Management sowie eine ganze Reihe einschlägiger Services des Dienstleistungsarms IBM Global Services.

"Alle diese Teile erlauben eine erweiterte Sicht auf die Infrastruktur", führte McCaffrey aus. Die IDC-Analystin Mary Johnston Turner relativierte unterdessen die Tragweite der Ankündigung: IBM habe schon seit etlichen Jahren darüber gesprochen, die Idee des Service-Managements über die reine IT hinaus zu erweitern. "Es handelt sich überwiegend um bereits existierende Techniken, die nun auf neue Gebiete angewendet werden, um IT-Ressourcen zusammenzufassen und sie effizienter zu nutzen." Aus der Sicht von IBM-Manager McCaffrey bildet die dynamische Infrastruktur darüber hinaus auch die technische Basis, die Unternehmen benötigen, um Benutzern Cloud-Computing-Dienste anzubieten.