POWER-Server jetzt auch "Linux only"

IBM "7R2"

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Das neue IBM "PowerLinux"-System wird als Konkurrenz zu Servern mit Intels x86-Prozessoren in Stellung gebracht. "Big Blue" möchte mit dem "7R2"-Server mit POWER7-Prozessoren den Markt aufrollen.
Das PowerLinux System "7R2" wird von IBM als Konkurrenzprodukt zu Servern mit x86-Architektur in Stellung gebracht.
Das PowerLinux System "7R2" wird von IBM als Konkurrenzprodukt zu Servern mit x86-Architektur in Stellung gebracht.
Foto: IBM

"Mit unserem Angebot stellen wir uns in direkte Konkurrenz zu Herstellern, die auf Intels x86-Architektur setzen", beschreibt Ralf Dannemann, Direktor Power Platform bei IBM, die angriffslustige Strategie des amerikanischen IT-Konzerns. Bei dem angekündigten Produkt handelt es sich um das PowerLinux 7R2 System. Die Bezeichnung 7R2 steht für den POWER7-Prozessor, Rack und Dual Socket (zwei Prozessoren mit bis zu 16 Cores).

Bei einem Listenpreis von 21.282 US-Dollar liefert Big Blue zwei 3,55 Gigahertz schnelle POWER7-Chips, 32 Gigabyte Arbeitsspeicher, zwei 300 Gigabyte Festplatten, viermal ein Gigabit Ethernet, SAS und RAID mit. Laut IBM liegt der Linux-Server inklusive den Lizenzen für PowerVM und Red Hat Enterprise Linux (RHEL) im Preisvergleich damit unter den Angeboten von Dell und HP, die auf eine Intel-Architektur setzen. Allerdings laufen die PowerLinux-Server auch nur mit RHEL oder Suse Linux Enterprise Server (SLES). Ein Betrieb von AIX oder i ist systemseitig ausgeschlossen.

Als Hypervisor kommt das teils hardwarebasierende PowerVM for PowerLinux zum Einsatz, das nach Angaben des Herstellers bis zu 17 Prozent weniger Energiekosten verursacht als eine vergleichbare Virtualisierungsinfrastruktur in einem x86-Rack-Server. Auf Anwenderseite ist das System vor allem für drei Bereiche gedacht: Die Analyse großer, schwach strukturierter Datenbestände (Big Data Analytics), für Geschäftsbereiche mit SAP und Open-Source-Infrastrukturen.

Neben dem neuen PowerLinux System bietet IBM zeitgleich Flex System PowerLinux Compute Node an. Der Zwei-Sockel-Rechenknoten ist ebenfalls auf Linux-Plattformen abgestimmt und für den Einsatz im PureFlex System vorgesehen.

Größtes Manko des PowerLinux 7R2-Servers ist wohl die Beschränkung auf die beiden Linux-Systeme. Zwar können Anwender auch andere Linux-Versionen installieren, allerdings ohne Hersteller-Support. Da IBM bereits seit 2000 an der Weiterentwicklung des Open-Source-Betriebssystems beteiligt ist, möchte man auf diese Weise eine Standardisierung der Server-Plattform auf Linux-Basis strategisch vorantreiben.