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i2 verspricht leichtere Integration

11.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der texanische Softwareanbieter i2 Technolgies will seinen Supply-Chain-Management-Werkzeugen beibringen, reibungslos miteinander und mit den Tools fremder Hersteller zu arbeiten. Deshalb überarbeitet er derzeit seine Softwarearchitektur und erwägt Partnerschaften für vertikale Märkte. Auf der gestern zuende gegangenen User-Group-Konferenz "Directions 2004" in Orlando, Florida, stellte i2-Chef Snjiv Sidhu zudem neue Funktionen für den Handel und die Fertigungsindustrie in Aussicht.

Nach roten Zahlen, drastischen Personalkürzungen und rechtlichen Problem ist der in Dallas beheimatete Supply-Chain-Management-Spezialist offenbar auf dem Weg der Genesung. Gleichzeitig wachse die Mitgliederzahl der i2 User Group, berichtete deren Präsidentin Leanne Marshall, im Hauptberuf Managerin der Kapazitätsplanung in der Lieferkette von National Textiles LLC, Winston-Salem, North Carolina: "In den vergangenen Jahren haben wir mit dem Anbieter gelitten und einen Mitgliederschwund verzeichnet, weil er keine Neukunden gewann," räumte sie ein, "aber in diesem Jahr beobachten wir einen Turnaround."

Marshall begüßte die Ankündigung, dass i2 sein "Supply Chain Operating Services" genanntes Framework überarbeiten wolle. Die Integrationsfähigkeit der Softwaretools sei absolut notwendig, weil viele Unternehmen eine Best-of-Breed-Strategie führen. Nach Angaben des i2-Managements baut die nächste Generation der Softwarearachitektur unter anderem auf Web-Services auf und ermöglicht damit beispielsweise ein Master-Data-Management sowie Datensynchronisierungs-Funktionen. Zudem versprach der Anbieter, seine Produkte auch als Komponenten verfügbar zu machen, die sich mit wenig Aufwand in vorhandene Anwendungen oder Third-Party-Software einklinken lassen. "Die Kunden brauchen dann nichts mehr rauszureißen und zu ersetzen", so Sidhu.

Darüber hinaus soll das nächste Release der "Six.Two"-Suite, das voraussichtlich ab dem kommenden Juni ausgeliefert wird, zusätzliche Funktionen für den Handel und die Fertigungsindustrie enthalten, sagte Pallab Chatterjee, President des i2-Bereichs Solutions Operations. Die verbesserte Retail-Anwendung werde in der Lage sein, Informationen aus Finanzplanung, Nachschub und Vertriebsaktionen miteinander zu verbinden. Daneben erhielten die Kunden einen besseren Überblick über die gesamte Lieferkette, beispielsweise könnten sie Bestände auf Regalebene verwalten. Ferner sei es ihnen möglich, neue Informationen aus den Lägern zur Laufzeit in das System zu laden - ein Prozess, der heute unter Umständen Tage in Anspruch nehme.

Im Interesse der Fertiger soll das Software-Upgrade die Ausführung der Materialwirtschafts- und Nachschublieferprozesse effizienter machen sowie eine reibungslose Übergabe der relevanten Daten in das ERP-System erlauben. Hier wird i2 möglicherweise mit Partnerunternehmen zusammenarbeiten, die für einzelne Branchen, beispielsweise die Telekommunikationsindustrie, auf der Grundlage von i2s Master-Data-Management-Technik und Backend-Software unternehmensweite Prozess-Workflows entwickeln.

(qua)