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Hynix hält Anleger bei Laune

14.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl lange Zeit als Pleitekandidat geführt, scheinen die Aktionäre das Vertrauen in den südkoreanischer Halbleiterhersteller Hynix Semiconductor wieder gefunden zu haben. So ist der Aktienkurs des nach Samsung und Micron drittgrößten Anbieters von DRAM-Chips seit Jahresbeginn um 34 Prozent - und damit deutlich stärker als das Segment - gestiegen. Umso verblüffender ist der Run auf die Aktien angesichts der Tatsache, dass der Preis für Speicherchips in diesem Jahr bereits um mehr als 40 Prozent eingebrochen ist.

Dem Unternehmen ist allerdings zu Gute zu halten, dass es nach der Restrukturierung seiner Schulden in naher Zukunft wieder finanziell wieder deutlich besser aufgestellt sein wird. Um die längst fälligen Kredite über 1,5 Milliarden Dollar zurückzahlen, will Hynix unter anderem in Übersee Anleihen im Wert von rund einer Milliarden Dollar ausgeben und ein neues Darlehen bei inländischen Finanzgebern aufnehmen.

Den Preisverfall bei DRAM-Chips hofft Hynix mit einer verstärkten Ausrichtung auf NAND-Speicher entgegenzuwirken - ein Markt, der nach Schätzungen von iSupply in diesem Jahr um acht Prozent auf 7,17 Milliarden und 2006 um weitere 36 Prozent auf 9,75 Milliarden Dollar wächst. Eine entsprechende Strategie hatten die Südkoreaner bereits Anfang Mai nach dem Gewinneinbruch im ersten Quartal bekannt gegeben (Computerwoche.de berichtete). Inzwischen habe sich der Preis für DRAM-Chips jedoch wieder etwas stabilisiert, erklärte Hynix' Investor-Relations-Chef James Kim. Sollte die Nachfrage wie erwartet im zweiten Halbjahr anziehen, werde Hynix deutlich weniger Kapazität für die Produktion von NAND-Speichern bereitstellen. (mb)