IT-Sicherheit in der Wolke

Hybrid Cloud: Security-Strategien für Unternehmen

15.09.2016
René Büst ist Technology Analyst & Advisor mit dem Fokus auf Cloud Computing und IT-Infrastrukturen. Er ist Mitglied des weltweiten Gigaom Research Analyst Network und gehört weltweit zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Seit Ende der 90er Jahre konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der Informationstechnologie in Unternehmen.
Die digitale Transformation fordert CEOs und CIOs gleichermaßen. Dabei spielt die Cloud eine wesentliche Rolle. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Sicherheit von Cloud-Umgebungen gewährleisten.

Im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie nehmen Public-Cloud-Infrastrukturplattformen eine zentrale Rolle ein. Sie bieten die idealen Vorrausetzungen für einen unkomplizierten Zugriff auf IT-Ressourcen zu jeder Zeit, von jedem Ort und das je nach Bedarf. Public Clouds sind die Brutstätte vieler neuer, zum Teil disruptiver Geschäftsmodelle. Sie bieten zahlreiche Chancen, können gut situierte Unternehmen damit aber auch zunehmend in Schwierigkeiten bringen.

Unternehmenslenker und IT-Entscheider sind somit gefordert, eindeutige Akzente in Richtung des digitalen Unternehmens zu setzen. Hierzu gehört das Überdenken des bestehenden Geschäftsmodells und die Anpassung und Neugestaltung sämtlicher Prozessketten. Die IT-Organisation muss sich in der Rolle des Impulsgebers und Enablers sehen und anhand von Technologien die notwendigen Vorrausetzungen für die Transformation und digitale Geschäftsideen schaffen.

Eine moderne IT-Infrastrukturumgebung ist hybrid

Ein Ergebnis der digitalen Evolution ist die Erkenntnis, dass in den Unternehmen nicht mehr nur eine IT existieren kann. Stattdessen gehen IT-Organisationen dazu über, zwei IT-Welten zu betreiben: die Dynamic-IT und die Static-IT. Dies aus gutem Grund. Zwar suchen IT-Organisationen nach der notwendigen Skalierbarkeit und Flexibilität, um ihre neuartigen Lösungen und Services zu unterstützen. Allerdings spielen die Vermeidung von Datensilos, der Wunsch nach dem Erhalt von Kontrolle und das Thema Sicherheit eine übergeordnete Rolle. Moderne IT-Infrastrukturumgebungen zur Unterstützung einer Digitalisierungsstrategie müssen daher zunächst voneinander losgelöst betrachtet werden.

Dynamic-IT-Infrastrukturen für die Entwicklung und den Betrieb digitaler Geschäftsmodelle und neuartiger Applikationen werden heutzutage bevorzugt auf Public-Cloud-Infrastrukturen implementiert, um unter anderem von deren Skalierbarkeit, Flexibilität und globalen Reichweite zu profitieren. Sie dienen unter anderem als Infrastruktur-Umgebungen für:

  • Backends für dsa Internet of Things;

  • E-Commerce-Lösungen;

  • Hochfrequentierte Web-Seiten;

  • Big Data Analytics;

  • Web-Applikationen.

Static-IT-Infrastrukturen beherbergen vorwiegend bestehende Enterprise-Applikationen oder Anwendungen, die auf Grund von rechtlichen Regularien, Datenschutz- und Compliance-Richtlinien oder wegen technischer Beschränkungen weiterhin auf Private Clouds betrieben werden. Hierzu gehören:

  • Applikationen, die regulierte oder große Daten verarbeiten;

  • Applikationen, die eine geringe Latenz fordern;

  • Applikationen mit einer konstanten Auslastung;

  • Applikationen mit einem hohen Anspruch an Festplatten I / O;

  • Applikationen, die bestimmte Hardwareanforderungen haben respektive Hardwareabhängigkeit besitzen.

Unterschiede: Private Cloud vs. Public Cloud
Unterschiede: Private Cloud vs. Public Cloud
Foto: Crisp Research AG, 2016

Dynamic- und Static-IT: Brücke zwischen zwei Welten

Ungeachtet der unterschiedlichen Wirkungskreise von Dynamic-IT und Static-IT, ist es notwendig, beide Welten miteinander zu vereinen, um zum einen die rechtlichen Rahmenbedingungen und notwendigen Schutzmaßnahmen sicherzustellen und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit des Unternehmens nicht zu vernachlässigen. Während des Aufbaus einer Hybrid Cloud geht es vor allem darum, die Static-IT - in Form einer Private Cloud - mit den Ressourcen aus der Dynamic-IT - auf Basis einer Public Cloud - flexibel zu erweitern. Mögliche Vorteile einer Hybrid-Cloud-Integration ergeben sich durch:

  • Schnellere Adaption neuer Technologien;

  • Agilität durch eine schnellere Bereitstellung weiterer Ressourcen;

  • Nahtlose Erweiterung der Private-Cloud-Infrastruktur;

  • Verschiebung von Workloads in die Public Cloud nach Bedarf;

  • Kontrolle: Daten verbleiben in der Private Cloud, Services aus der Public Cloud greifen lediglich zur Verarbeitung darauf zu.

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Die zentrale Herausforderung einer Hybrid Cloud ist die Sicherheit. Die Private und Public Cloud dürfen hierbei keinesfalls lediglich einzeln betrachtet werden. Stattdessen ist ein einheitlicher Sicherheitsrahmen zu schaffen. Das bedeutet, dass auch hier die Integration beider Cloud-Infrastrukturen zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird. Eine hybride Sicherheitsstrategie umfasst hierfür unter anderem:

  • Festlegung einer Cloud-übergreifenden und allgemeingültigen Sicherheitsrichtlinie;

  • Implementation einer Ende-zu-Ende-Sicherheitsarchitektur;

  • Schutz der Datenverbindungen;

  • Absicherung des Datenverkehrs;

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten.

Abgerundet wird diese Sicherheitsstrategie aber schlussendlich durch den richtigen Einsatz entsprechender Sicherheitslösungen. Für einen ganzheitlichen Ansatz ist zwingend darauf zu achten, Toolsets und Services einzusetzen, die sowohl die Private- als auch die Public-Cloud-Infrastruktur ganzheitlich - Ende-zu-Ende - schützen und nicht an den Grenzen der jeweiligen Infrastruktur aufhören.

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