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Hutchison Telecom sieht rot

04.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hutchison Telecom hat im ersten Halbjahr 2005 einen Nettoverlust von 352 Millionen Hongkong-Dollar (umgerechnet rund 45 Millionen US-Dollar) verbucht, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein mehr als doppelt so hoher Profit von 793 Millionen Hongkong-Dollar erzielt worden war. Als Gründe für das Defizit nannte die börsennotierte TK-Tochter des Mischkonzerns Hutchison Whampoa vor allem Einbußen beim Verkauf ihrer Aktivitäten in Paraguay sowie hohe Investitionen in die nun mehrheitlich gehaltene Tochtergesellschaft in Israel. Daneben hätten noch höhere Steuerabgaben sowie Abschreibungen durch eine Umstellung der Bilanzierungspraxis das aktuelle Halbjahresergebnis belastet.

Ohne einen Sonderertrag von 1,3 Milliarden Hongkong-Dollar aus dem Verkauf von Anteilen der Festnetz- und Breitbandsparte Hutchison Global Communications hätte das Unternehmen auch im Vorjahreszeitraum einen Verlust geschrieben.

Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 10,75 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 1,38 Milliarden Dollar). Nach eigenen Angaben konnte Hutchison die Zahl der Mobilfunkkunden gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 Prozent auf 14,1 Millionen Nutzer anheben.

Hutchison bietet seine TK-Dienste aktuell in Hongkong, Macao, Indien, Israel, Thailand, Sri Lanka und Ghana an, geplant ist die Expansion nach Vietnam und Indonesien. Auch die wegen des hohen Wachstumspotenzials interessante Präsenz in Indien will das Unternehmen verstärken. Nach Bedenken der dortigen Regulierungsbehörden wurde jedoch der angestrebte Börsengang des indischen Joint Ventures Hutchison Max Telecom auf Eis gelegt. Bei dem zweiten Gemeinschaftsunternehmen von Hutchison, India Essar Teleholdings, ist die geplante Expansion in weitere Regionen des Landes ins Stocken geraten. (mb)