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Hutchison kämpft mit schwacher UMTS-Nachfrage

02.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der UMTS-Pionier Hutchison Whampoa ist trotz schwacher Zuwachsraten optimistisch, dass bis Jahresende in Italien und Großbritannien jeweils eine Million Kunden seine Mobilfunkdienste der dritten Generation (3G) nutzen. Der Hongkonger Mischkonzern war vor einigen Monaten in den beiden europäischen Testmärkten mit UMTS gestartet, Anfang Mai folgten Schweden und Österreich. Wie vorletzte Woche auf der Hauptversammlung bekannt wurde, ist die Resonanz bislang jedoch relativ bescheiden: In Großbritannien gebe es bislang 25.000, in Italien 90.000 UMTS-Kunden, meldete Chairman Li Ka Shing. Er bekräftigte jedoch gleichzeitig seine Wachstumsprognose.

Um das Planziel zu erreichen, will die italienische Hutchison-Tochter nun die Nachfrage mit deutlichen Preisnachlässen anleiern. Wie das "Handelsblatt" berichtet, sollen die UMTS-Handys ab sofort mit 250 Euro subventioniert werden. Diese - für Italien unübliche - Praxis ist auf drei Monate begrenzt, Analysten gehen jedoch von einer Verlängerung der Aktion aus, hieß es.

Der Preisnachlass soll italienische UMTS-Kunden offenbar über anhaltende Kinderkrankheiten des Systems hinwegtrösten. So berichtet das Wirtschaftsblatt, im Schnitt breche jedes zehnte Gespräch im italienischen Netz von Hutchison ab, zudem gebe es nicht genügend UMTS-taugliche Telefone. Noch kritischer soll der Versorgungsengpass in Schweden sein: Hier könnten sich Interessierte bislang nur in eine Warteliste eintragen.

Im Gegensatz zu anderen Mobilfunkbetreibern, die erst bei Beseitigung der gröbsten Probleme den UMTS-Betrieb aufnehmen wollen, hatte Hutchison auf den Startvorteil gesetzt und fast 17 Milliarden Dollar für 3G-Lizenzen und -3G-Netzaufbau in neun Ländern ausgegeben. Der Mischkonzern war jedoch praktisch zu diesem Schritt gezwungen, da er auf keinen Handy-Kundenstamm zurückgreifen konnte und somit quasi bei Null anfangen musste. (mb)