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Hurd: Mein Name ist Hase

02.11.2006
Im Schnüffelskandal bei Hewlett-Packard (HP) sind noch viele Fragen offen. Konzernchef Mark Hurd beantwortete die meisten auf die gleiche Weise: „Ich erinnere mich nicht.“

Hurd reichte gestern schriftlich seine Antworten auf 16 Fragen ein, die ihm ein Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses gestellt hatte, nachdem er dort bereits am 28. September persönlich ausgesagt hatte. Laut „Wall Street Journal“ enthalten Hurds Antworten aber kaum neue Informationen.

So kann sich der von NCR geholte Konzernlenker nicht genau erinnern, wann er genau gewahr wurde, dass bei der Suche nach undichten Stellen im HP-Verwaltungsrat möglicherweise mit unlauteren Mitteln gearbeitet wurde – der Zeitpunkt muss aber zumindest irgendwann zwischen einem Meeting am 22. Juli 2005 (in dem das Thema zumindest schon ansatzweise zur Sprache kam) und dem Rücktritt von Director Thomas Perkins im Mai dieses Jahres gelegen haben.

„Unglücklicherweise war ich nicht auf das Thema fokussiert, sodass ich nicht in die Details eingetaucht bin“, gestand Hurd bezüglich des Meeting vom Juli vergangenen Jahres. Das „WSJ“ bezweifelt allerdings, dass Hurd zu jener Zeit nicht auf die undichten Stellen fokussiert war – der Manager habe just in diesen Tagen in zwei Reden an die Belegschaft davor gewarnt, HP-Interna nach außen zu geben.

Bei der Suche nach Informationslecks im Board hatte sich HP unter anderem unter falschem Vorwand („Pretexting“) private Telefondaten seiner Direktoren und von Journalisten verschafft beziehungsweise von privaten Ermittlern verschaffen lassen. Chairman Patricia Dunn hat deswegen bereits ihren Rücktritt eingereicht. (tc)