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Human Area Network: Der Mensch als Datenkabel

22.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der japanische Telekommunikationskonzern NTT (Nippon Telegraph and Telephone Corp.) hat eine Technik vorgestellt, die den menschlichen Körper zur Übertragung von Daten nutzt. Das "Human Area Network" soll als Ergänzung zu Bluetooth und Wireless LAN entwickelt werden und die Datenübermittlung über kurze Strecken mit Bandbreiten bis zu zehn Megabit/s ermöglichen.

Den Forschern der NTT-Labors im Westen von Tokio zufolge könnten damit Menschen zum Beispiel digitale Informationen per Handschlag austauschen. Die Verbindung zu einem Computer stellt ein "RedTacton" genannter Receiver her. Er besteht aus einem speziellen Kristall und einem Laser. Der Zustand des Kristalls ändert sich durch schwache elektrische Felder auf der Körperoberfläche. Der Laser misst die Veränderungen und wandelt sie in digitale Signale um, die über eine PCMCIA-Schnittstelle zum Rechner übertragen werden. In die weitere Entwicklung sollen kleinere Schnittstellen zu Mobiltelefonen und Speichermedien wie SD-Karten und Memory-Sticks eingebunden werden.

Die Übertragung funktioniere auch durch Kleidungsstücke hindurch, so die Forscher. Den isolierten Receivern genügt für den Betrieb eine Leistung von wenigen hundert Milliwatt. Ein Risiko für den Datenüberträger bestehe dabei nicht.

Breit angelegte Feldversuche des Human Area Network will NTT im September dieses Jahres starten. Den Forschern zufolge könne die Technik 2006 marktreif sein, wenn die Entwicklung wie geplant verlaufe. (lex)