Web

Donnerstagsgerücht

"HuffPost" wählt Burda-Tochter als Partner für Deutschland

25.04.2013
Die US-Onlinezeitung "Huffington Post" und die Burda-Tochter Tomorrow Focus wollen laut Branchendienst "Horizont.net" in Deutschland eng zusammenarbeiten.
Die zu AOL gehörende "Huffington Post" verzichtet auf Bezahlschranken.
Die zu AOL gehörende "Huffington Post" verzichtet auf Bezahlschranken.

"Hierzu kann ich nur sagen, dass wir uns grundsätzlich nicht zu Gerüchten äußern", sagte ein Sprecher von Tomorrow Focus am Donnerstag zu dem Bericht vom Mittwoch. Die zum Internetkonzern AOL gehörende "Huffington Post" arbeitet seit längerem am Ausbau ihres Angebots außerhalb der USA. In Europa betreibt das Portal bisher Versionen in Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Bereits 2011 hatten AOL und die "Huffington-Post"-Gründerin und Chefredakteurin Arianna Huffington - die auch schon mehrmals beim Burda-Digitalkongress DLD zu Gast war - einen deutschsprachigen Ableger angekündigt. "Wir sprechen mit mehreren möglichen Partnern, mit welchen, wird noch nicht verraten", hatte Huffington Anfang 2012 "Spiegel Online" gesagt. Die "HuffPost" setzt bei ihren europäischen Ausgaben auf Partner vor Ort. In Frankreich ist das etwa das renommierte Medienhaus "Le Monde", in Italien das Verlagshaus Gruppo Espresso, das unter anderem "la Repubblica" herausgibt.

Ein Eintritt auf den deutschen Markt dürfte den Wettbewerb zwischen den Medienangeboten im Internet noch einmal verschärfen - auch angesichts der Debatte über den Aufbau von Bezahlschranken. Auf die verzichtet die "Huffington Post".

Auch der angebliche Partner Tomorrow Focus hält anders als etwa der Springer-Konzern nichts von einer sogenannten Paywall für Angebote wie das Nachrichtenportal "Focus Online". "Wir denken nicht, dass das funktioniert", sagte Finanzvorstand Dirk Schmelzer vor längerem in einem dpa-Interview. Dennoch beobachte man, was Rivalen wie etwa "Welt.de" machten.

Die "Huffington Post" kommt mit Geld im Rücken und ehrgeizigen Zielen. Mitte März hatte Unternehmenschef Jimmy Maymann im Gespräch mit "Horizont.net" die Stoßrichtung für einen deutschen Ableger skizziert: "Wir wollen innerhalb von zwei Jahren Geld verdienen und nach drei bis fünf Jahren in die Top 5 der Nachrichtenangebote vorstoßen." Geld solle ausschließlich mit Werbung verdient werden. In den USA gehört die kostenlose "Huffington Post" inzwischen zu den wichtigsten Nachrichtenportalen und konkurriert etwa mit dem kostenpflichten Angebot der "New York Times". (dpa/tc)