Chinas Telekom-Riese

Huawei wächst um 20 Prozent

13.01.2015
Das Wachstum hat sich noch verdoppelt. Die Aufrüstung zu schnelleren Mobilnetzen und der Boom bei Smartphones lassen bei Huawei die Kassen klingeln. Chinas Telekom-Gigant steckt Milliarden in Innovation.

Huawei hat sein Geschäft im vergangenen Jahr um fast 20 Prozent steigern können. Der chinesische Telekommunikationsriese profitierte vom weltweit rasant wachsenden Smartphone-Absatz und der Aufrüstung auf schnellere mobile Datennetze. Das doppelt so große Wachstum wie im Vorjahr "übertraf unsere Erwartungen", sagte Finanzchefin Kathy Meng am Dienstag vor Journalisten in Peking. Nach den vorläufigen Zahlen wuchs der Umsatz des zweitgrößten Netzwerkausrüsters weltweit auf 287 bis 289 Milliarden Yuan (39 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis legte ähnlich wie im Vorjahr um zwölf Prozent auf rund 34 Milliarden Yuan, umgerechnet 4,6 Milliarden Euro, zu.

Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou bei der Bekanntgabe des Zahlenwerks für 2014
Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou bei der Bekanntgabe des Zahlenwerks für 2014
Foto: Huawei

Wegen florierender Handy-Umsätze konnte das Verbrauchergeschäft um 32 Prozent gesteigert werden. "Die Verbrauchersparte hat gute Arbeit geleistet", sagte Meng. Besonders stark war das Wachstum in Schwellenländern. Huawei ist hinter Apple und Samsung die Nummer Drei der Smartphone-Hersteller weltweit. Der kleinere, junge Bereich der Unternehmensdienstleistungen unter anderem mit Cloud-Diensten oder Software legte um 27 Prozent zu.

Die traditionelle, große Netzwerksparte wuchs dank der Modernisierung mobiler Netze auf schnellere Übertragungsstandards weltweit wieder stärker als im Vorjahr um 15 Prozent. Huawei hat bei den modernen LTE-Netzwerken einen Marktanteil von 46 Prozent, was Finanzchefin Meng "ziemlich bemerkenswert" nannte. Die Modernisierung der Netze in China trug nach ihren Worten zum guten Wachstum Huaweis bei. Das Unternehmen macht allerdings 70 Prozent seines weltweiten Geschäfts außerhalb Chinas.

"Allgegenwärtige Vernetzung und die Speicherung großer Datenmassen werden eine neue industrielle Revolution intelligenter Technologie antreiben, die Modernisierung traditioneller Industrien vorwärtsbringen und die heutige industrielle und geschäftliche Landschaft neu formen", sagte Meng. "Konnektivität jederzeit und überall wird die neue Norm werden."

Wie in den Vorjahren setzte das in der Metropole Shenzhen in Südchina ansässige Unternehmen wieder stark auf Innovation. Huawei investierte rund 40 Milliarden Yuan (5,4 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung - ein Plus von 28 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren steckte der Telekom-Riese 188 Milliarden Yuan (25 Milliarden Euro) in technologischen Fortschritt.

Weltweit arbeitet Huawei mit rund 500 Telekombetreibern in 140 Ländern zusammen. Jeder dritte Erdbewohner benutzt heute Technik von Huawei in irgendeiner Form. Das größte chinesische Privatunternehmen gehört über Anteile rund der Hälfte seiner 150.000 Mitarbeiter weltweit. Finanzchefin Meng ist Tochter des Firmengründers Ren Zhengfei.

Die USA unterstellen Huawei enge Beziehungen zum chinesischen Staat oder Militär. So werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht, was dem Unternehmen den Zugang zum US-Markt weitgehend versperrt. Finanzchefin Meng räumte ein, dass das Geschäft "durch Beschränkungen der US-Regierung" beeinflusst werde. Sie fand dennoch lobende Worte für die "großartige Nation" USA, die sehr fortschrittlich sei. "Huawei unterstützt offene Märkte und ordentlichen Wettbewerb."

Über Testzentren wie etwa in Großbritannien, wo unabhängige Experten die Ausrüstung sogar anhand der Quellcodes überprüfen können, kontert Huawei Vorwürfe, das seine Produkte nicht sicher seien oder irgendwelche Hintertüren hätten. Umgekehrt wurde Huawei laut Medienberichten selbst schon zum Ziel von Bespitzelungen durch den US-Abhördienst NSA. (dpa/tc)