Konkurrenz für Cisco und HP

Huawei greift im Enterprise Business an

Jürgen Hill
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
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Im deutschen Carrier-Markt bereits erfolgreich, hat Huawei jetzt das Enterprise-Networking-Business im Visier. Das Produktportfolio reicht vom Access Point bis hin zum Data-Center- und Cloud-Equipment.

Telepresence, Router, Core-Switches, Edge-Devices, Data-Center-Equipment und Cloud-Services - wer angesichts dieses Produktportfolios an Cisco oder Hewlett-Packard denkt, sollte künftig einen dritten Player auf der Rechnung haben. Der chinesische Hersteller Huawei, bisher eher als Lieferant für Carrier bekannt, mischt nun auch im Enterprise Networking mit. Dabei will der Konzern hierzulande vor allem sieben vertikale Marktsegmente besetzen und mit Hardware sowie Lösungen bedienen: Public/Government, Health, Manufacturing, Logistik/Transport, Resale, Finance sowie Power/Energy.

30.000 Mitarbeiter fürs Enterprise

Mitarbeiter-Wohnungen auf dem Huawei-Campus
Mitarbeiter-Wohnungen auf dem Huawei-Campus

Zuständig für diesen Bereich ist die Enterprise Business Group, einer von vier strategischen Unternehmensbereichen des Konzerns. Wie ernst es dem Unternehmen mit seinem Engagement ist, zeigt allein die Mitarbeiterzahl: Schon im ersten Jahr ihres Business, die Enterprise Group wurde Anfang 2011 gegründet, beschäftigt sie über 10.000 Mitarbeiter. Innerhalb eines Jahres will die Gruppe ihre Mitarbeiterzahl verdoppeln und bis 2015 auf 30.000 Beschäftigte aufstocken.

Dabei fehlt es dem Newcomer nicht an Selbstvertrauen. Bis 2015, so kündigte William (Wenwei) Xu, Executive Vice President und President der Enterprise Business Group, vor der internationalen Fachpresse an, will Huawei weltweit zu den drei führenden Playern im Enterprise Business zählen. "2015 streben wir einen globalen Umsatz von 15 bis 20 Milliarden Dollar an", legt Xu die Messlatte für die Gruppe hoch.

Huawei-Campus: Wachschutz auf chinesisch
Huawei-Campus: Wachschutz auf chinesisch

Die Einnahmen sollen global im IP-Enterprise-Umfeld erzielt werden, während das Mittelstandsgeschäft derzeit noch nicht im Fokus steht. "Momentan gehen wir den Small-and-Medium-(SMB-)Markt nicht verstärkt an, doch das will ich für die Zukunft nicht ausschließen", konkretisiert Xu seine Strategie. Etwas anders stellt sich die Situation im vom Mittelstand geprägten Deutschland dar, wie Stefan Müller, Director Enterprise Business Huawei Deutschland, ausführt: "Hierzulande fahren wir zweigleisig." Müller will Corporate-Kunden direkt ansprechen und im Lösungsgeschäft beraten, wenn auch nicht beliefern.

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