Huawei: Ein Hammer für Cisco?

Peter Gruber ist Mitglied des Teams Management der Digitalredaktion. Er arbeitet hauptsächlich für die Portale Computerwoche und CIO.
Die Chinesen kommen. Mit dem Netzwerkspezialisten Huawei Technologies drängt ein Konzern vehement ins internationale Geschäft, der Cisco und Konsorten Marktanteile abjagen wird.
Die Huawei-Einnahmen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar werden vom Carrier-Geschäft dominiert.
Die Huawei-Einnahmen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar werden vom Carrier-Geschäft dominiert.

Das Geschäft mit China ist keine Einbahnstraße. Immer mehr westliche Hersteller der IT- und TK-Branche müssen von der Vorstellung Abschied nehmen, dass der chinesische Markt ausschließlich ein dankbarer Abnehmer ihrer Produkte ist. Das Reich der Mitte schlägt zurück. Das prominenteste Beispiel ist wohl der chinesische Hersteller Lenovo, der durch den Kauf der PC-Sparte von IBM weltweit zum drittgrößten Anbieter aufgestiegen ist und Marktführer Dell den Kampf angesagt hat. Das ist kein Einzelfall: Gerade übernahm der chinesische Fertigungsspezialist TCL die Handy-Sparte von Alcatel, und mit dem TK- und Netzwerkproduzenten Huawei Technologies hat ein potenter Konzern längst zum Sprung auf internationales Parkett angesetzt.

Mehr oder weniger heimlich, still und leise schickt sich das 1988 gegründete chinesische Unternehmen Huawei an, Konkurrenten wie Alcatel, Cisco, Enterasys, Ericsson, Foundry, Juniper, Lucent, Nokia, Nortel oder Siemens weltweit sowohl im Enterprise- als auch im Carrier-Business Marktanteile streitig zu machen. Die Chinesen können dabei aus dem Vollen schöpfen: Ihr Portfolio umfasst mit den Bereichen optische Netze, Mobilfunk- und Festnetztechnik, Mobiltelefone, Value Added Services und Datenkommunikation nahezu alles, was das Herz der Netzbetreiber und CIOs begehrt. Aus Sicht der IT-Manager sind dabei vor allem die Switches und Router für ihre Enterprise Networks von Interesse.

Ehrgeizige Wachstumspläne