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Video, Audio, Vektorgrafik

HTML5 - was es kann (Teil 1)

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Der neue Web-Standard HTML5 steht 2011 vor dem Durchbruch. Wir zeigen, was sich Entwicklern und Anwendern für neue Möglichkeiten bieten.
HTML5 bringt neuen Schwung ins Web.
HTML5 bringt neuen Schwung ins Web.
Foto: Fotolia/Computerwoche

Apple-Chef Steve Jobs hat ihn bereits vor fast einem Jahr angekündigt - den Tod von Adobe Flash. Und jetzt könnte die Multimedia-Entwicklungsplattform tatsächlich schneller sterben, als Adobe lieb sein kann. HTML5 bietet viele der Features, die Webseitenbetreiber bisher nur in Flash umsetzen konnten - Audio, Video und interaktive Grafiken - von Haus aus, ohne dass lästige Nachinstallationen auf Seiten der Anwender nötig sind.

Dabei ist HTML5 an sich schon sehr alt. Das World Wide Web Consortium (W3C), das über alle Web-Standards wacht, arbeitet seit fast sieben (!) Jahren an dem jüngsten HTML-Spross und könnte im schlimmsten Fall noch bis ins Jahr 2022 brauchen, bis der Standard tatsächlich reif für den Markt ist. Das behauptet zumindest Ian Hickson, Google-Mitarbeiter und W3C-Mitglied.

Weitere elf Jahre zu warten möchte sich in der Industrie aber niemand zumuten und so werden bereits jetzt viele HTML5-Features in die Webbrowser implementiert. So stehen zumindest den Nutzern der neuesten Browser die Möglichkeiten, die HTML5 bietet, offen - sofern sie auf den Websites auch schon ausgenutzt werden.

Vier Kernbereiche

Die neuen Features lassen sich grob in vier Bereiche unterteilen:

  • Präsentationsformen: Webdesigner bekommen dank neuer oder mächtigerer Tags wie <video> und <canvas> mehr Möglichkeiten, beispielsweise Grafiken interaktiver und aufwändiger zu gestalten.

  • Datenaufbereitung: Ohne Internetverbindung lassen sich ständig aktuelle Web-Seiten nicht anzeigen. Mit neuen Tools für die Datenverarbeitung wandeln sich Websites vom Rahmen für die reine Inhaltedarstellung zu Stand-alone-Applikationen, die Daten zwischenspeichern und später anzeigen, ohne dann noch eine Verbindung zum Internet zu benötigen.

  • Weitere Extras: Dienste für Lokalisierung und Präsentationen sind nur zwei Beispiele für viele kleine Verbesserungen, die bisher in der offiziellen HTML5-Spezifikation noch gar nicht auftauchen.

  • Behebung alter Fehler: Jeder Browser verarbeitet HTML-Quellcode bisher anders. HTML5 soll diese Unterschiede ausräumen und für ein einheitliches Bild sorgen.

Auf den folgenden Seiten lesen Sie alle Details über den Bereich der neuen Präsentationsformen. Die weiteren Bereiche stellen wir im Laufe der kommenden Wochen in gesonderten Artikeln vor.