Woche der Neuausrichtungen

HTC und Blackberry suchen neue Wege

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Sowohl Blackberry als auch der Android-Hersteller HTC planen scheinbar neue Wege - während HTC sein Marketing umkrempelt will Blackberry gleich "Alternativen" erkunden.
Blackberry-CIO Thorsten Heins sucht nach Optionen.
Blackberry-CIO Thorsten Heins sucht nach Optionen.

Von wegen Sommerloch: Innerhalb weniger Tage haben sowohl Blackberry wie auch HTC eine Neuausrichtung angekündigt. HTC will künftig mit einem neuem "Markenmix" und einer "weltweiten Markenplattform" auftreten. Die Pressemeldung von HTC liefert nur wenig konkrete Informationen, verspricht aber eine neue "Change Plattform". Was das genau bedeutet, geht aus der Meldung leider nicht hervor - lediglich der neue Werbeträger ist bekannt. HTC hat sich für Robert Downey Jr. entschieden, den Schauspieler aus Iron Man und Sherlock Holmes.

Teil der neuen Plattform scheint auch ein Rückzug von Windows Phone 8 zu sein, wie die asiatische Zeitung DigiTimes meldet. Das ist allerdings nur zu verständlich, schließlich ist Nokia mit seinen Lumia-Geräten der Windows-Platzhirsch. Windows Phone 8 hat laut IDC einen weltweiten Marktanteil von 3,7 Prozent. Und davon hat sich Nokia unglaubliche 81,6 Prozent gesichert. HTC hat im Vergleich dazu lediglich magere 4,6 Prozent. Kein Wunder, dass der Konzern diesen Bereich lieber abstößt.

HTC hat einige turbulente Jahre hinter sich: Zum Start von Android war HTC eine der Marken für Android-Fans, inzwischen hat der Konzern aber enorm viel Boden an Samsung verloren. Oder, wie Carsten Drees vom Blog Mobilegeeks zum Ausstieg aus dem Windows-Phone-Markt kommentiert: "Technisch machen die Jungs alles richtig, dennoch kriegen die kein Rad auf die Erde."

Sucht Blackberry einen Käufer?

Die Zukunft von Blackberry sieht ähnlich dubios aus. Der Konzern (dessen neuen Smartphones bei den meisten Nutzern gut ankommen und dessen Server künftig auch Android und iOS verwalten), hat ein Komitee gegründet das "neue Strategien" erforschen sollen. Laut der Pressemeldung sucht das Komitee nach "strategischen Alternativen" für Blackberry. Diese Alternativen können "unter anderem, mögliche Joint Ventures, strategische Partnerschaften und Allianzen oder sogar einen Verkauf des Unternehmens sowie andere Transaktionen" beinhalten. Ein genauer Plan ist also nicht bekannt, allerdings scheint das den Investoren zu genügen: Laut Forbes scheint es dem Aktienkurs nicht zu schaden: Dieser stieg um 10,5 Prozent.

Kommt es wirklich zum Verkauf von Blackberry? Der Analyst Stuart Jeffrey sieht zwei Möglichkeiten: Blackberry wird sich entweder aus dem Aktienbereich zurückziehen oder verkauft werden. Der Analyst ist zudem der Meinung, dass Blackberry eher das Blackberry OS 10 und seine Infrastruktur weiter ausbaut, als die eigenen Dienste für Android und iOS anzupassen.

Was denken Sie? Wird HTC wieder zu Samsung aufschließen? Und was hält die Zukunft für Blackberry bereit? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare. (CIO.de/mb)