IFA

HTC setzt auf mehrere Handy-Betriebssysteme

08.09.2009
Der taiwanische Handyhersteller HTC will sich nicht auf nur eine Systemsoftware auf dem Handy festlegen.
Der neueste Android-Streich von HTC: Das "Tattoo"
Der neueste Android-Streich von HTC: Das "Tattoo"

HTC - lange Zeit exklusiver Microsoft-Partner - bietet inzwischen Geräte mit Windows und der Google-Software Android an, und das soll nach den Worten von Deutschland-Regionaldirektor Lars-Christian Weisswange auch so bleiben. "Beide Plattformen sind wichtig. Uns liegt daran, dass beide erfolgreich sind", sagte Weisswange der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Beide Systeme hätten eine gewisse Marktmacht. "Das ist ein guter Hebel für uns." Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin stellte HTC jeweils ein neues Gerät mit Android und Windows vor.

Windows habe mit dem letzten Update einen wichtigen Schritt in Richtung Benutzerfreundlichkeit gemacht, sagt Weisswange. Das zur IFA vorgestellte Windows-Modell "Touch2" soll im Oktober in Deutschland auf den Markt kommen. Am Dienstag stellten die Taiwaner zudem ihr viertes auf Android basierendes Modell mit dem Namen "Tattoo" vor. Es verfügt nur über ein 2,5-Zoll-Display, auf die Multi-Touch-Technologie wurde aus diesem Grund auch verzichtet. Auf einer eigens eingerichteten Webseite können die Besitzer ihr eigenes Design für ihr Handy kreieren.

HTC sei mit Android zufrieden, stellte Weisswange fest. Der Markt für die offene Plattform wachse sehr schnell: "Wir haben inzwischen die Indikation, dass die Download-Raten am Android-Marketplace zu den besten am Markt gehören." Ähnlich wie bei Apple hat auch die Entwicklergemeinschaft um Google eine Online-Plattform entwickelt, von der Programme für das Handy heruntergeladen werden können. Bislang hat der iPhone-Hersteller bei den sogenannten Apps die Nase vorn. Eine eigene Plattform, auf der solche Programme entwickelt werden, plant HTC nicht: "Wir sind ein Gerätehersteller und konzentrieren uns auf Geräte", sagte Weisswange.

Die Konkurrenz von Branchenprimus Nokia, der nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner immer noch mehr als 40 Prozent des Marktanteils bei Smartphones hält, sieht Weisswange gelassen. HTC biete vor allem Geräte in der gehobenen mittleren und oberen Preisklasse an. "Wir sind nicht so breit aufgestellt, wir müssen die Marktanteile von Nokia überhaupt nicht erreichen." In einigen Preissegmenten seien die Verkaufszahlen mit Nokia allerdings durchaus vergleichbar. Das kürzlich vorgestellte Netbook von Nokia fordert Weisswange nicht heraus: "Wir werden sicher nie mit einem klassischen Netbook auf den Markt kommen, sondern etwas anbieten, das mehr Überraschungseffekte bereithält." Außerdem seien die Margen bei den Smartphones deutlich attraktiver. (dpa/tc)