Nach der Fusion mit Compaq

HPs Umsatz sinkt - und der Gewinn steigt

24.05.2002
MÜNCHEN (CW) - Hewlett-Packard (HP) hat im zweiten Quartal einen Gewinn verbuchen können, der fünfmal höher war als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz allerdings sank um 9,6 Prozent. Der höhere Profit ist in erster Linie auf Kostenreduzierungen und das gute Druckergeschäft zurückzuführen. Mit Computern erwirtschaftet HP hingegen tiefrote Zahlen.

Der Geschäftsbericht für das zweite Vierteljahr ist der letzte, den HP als alleinstehende Firma abgibt. Ab dem dritten Quartal will das Unternehmen konsolidierte Ergebnisse vorlegen, in denen das Compaq-Resultat berücksichtigt ist. Was sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schon zeigte, setzte sich jetzt als Trend fort: Mit Computern schreibt HP auf breiter Front Miese. Das Geschäft mit Peripheriegeräten (Imaging and Printing) muss einmal mehr die Bilanz retten.

Die Steigerung der Nettoeinkünfte von 47 Millionen auf 252 Millionen Dollar beziehungsweise von zwei Cent je Aktie im ersten Geschäftsquartal 2001 auf nunmehr 13 Cent pro Anteilschein sind vor allem auf den Wegfall von Rechtskosten in Höhe von 400 Millionen Dollar zurückzuführen. Die musste HP im Vergleichsquartal verbuchen. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich im ersten Quartal 2002 gegenüber 2001 um 9,6 Prozent von 11,668 auf 10,621 Milliarden Dollar.

Im Geschäft mit kommerziellen und Heim-PCs, Notebooks, Handhelds und DVD-Laufwerken, in HPs Division "Embedded Personal Systems" abgewickelt, akkumulierten sich die Verluste von vier Millionen Dollar im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 106 Millionen Dollar im gerade beendeten Vierteljahr. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Verlust 85 Millionen Dollar betragen. Bei der PC-Division fiel der Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2001 auf 2,15 Milliarden Dollar in 2002.

Noch negativer fällt die Bilanz in der Sparte "Computing Systems" aus. Hierunter summiert HP sowohl Workstations, HP-UX- und Wintel-basierende Server als auch die großen Abteilungs- und Unternehmens-Server und ebenso Speicherlösungen samt deren Softwareangebot. Hier hatte das Unternehmen im zweiten Quartal des vergangenen Jahres 122 Millionen Dollar Verlust und auch in allen folgenden Quartalen rote Zahlen geschrieben. Im ersten Vierteljahr 2002 musste HP in diesem Geschäftssegment 160 Millionen Dollar Verlust verkraften, im zweiten Quartal fiel das Ergebnis mit Computing Systems mit einem Defizit von 240 Millionen Dollar noch schlechter aus. Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls erheblich von 2,36 auf 1,88 Milliarden Dollar.

Der IT-Service-Bereich schrieb im zweiten Quartal mit 163 Millionen Dollar Gewinn schwarze Zahlen. Das waren 40 Millionen Dollar weniger als im ersten Vierteljahr 2002 und auch noch elf Millionen Dollar weniger als im Vergleichszeitraum 2001. Der Umsatz fiel sowohl gegenüber 2001 als auch im Vergleich zum ersten Quartal 2002 um rund 100 Millionen Dollar auf 1,47 Milliarden Dollar.

Der Geschäftsbereich Imaging and Printing, also alle Drucker-Hardware, digitalen Bildbearbeitungsgeräte sowie vor allem das gesamte Zubehör entschädigten für die erheblichen Verluste in den anderen Geschäftssegmenten: Mit einem Gewinn von 768 Millionen Dollar erzielte diese Division das beste Ergebnis der vergangenen sechs Quartale und übertraf das erste Vierteljahr 2002 noch einmal um 26 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum 2001 hatte der Profit "nur" bei 365 Millionen Dollar gelegen. Der Umsatz sank hier gegenüber 2001 geringfügig, im Vergleich zum ersten Quartal 2002 allerdings immerhin um rund 200 Millionen Dollar. (jm)