"The Machine"

HPs radikal neuer Server läuft ohne Microsoft

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Hewlett-Packard entwickelt im Verborgenen seinen radikal neu designten Server "The Machine". Der braucht auch ein neuartiges Betriebssystem.

Und das wird nicht von Microsoft kommen, wie "Business Insider" wiederum unter Berufung auf "MIT Technology Review" berichtet. Bis Mitte kommenden Jahres will das "Machine"-Team bei HP zunächst ein "Linux++" fertig haben, mit dem es Entwickler langsam an den neuen Server gewöhnen will. Letztlich soll der dann aber ein Betriebssystem bekommen, das unter dem Codenamen "Carbon" von Grund auf neu entwickelt wird. Von HP selbst.

Zu den zentralen Besonderheiten von "The Machine" - ein Prototyp könnte 2016 lauffähig sein, wenn alles glattgeht - gehört, dass in dem Server nur noch eine Art von Speicher für sowohl temporäre als auch langfristige Datenspeicherung steckt. Bisher trennen Computer zwischen Arbeits- und Massenspeicher. HP will für den Speicher von "The Machine" sogenannten Memristor-Speicher verwenden. Unter anderem damit soll das System, das außerdem wo möglich Lichtleiter statt Kupferleitungen nutzt, viel weniger Strom brauchen als herkömmliche Server und trotzdem viel mehr leisten - ein Supercomputer im Kühlschrankformat gewissermaßen.

Allerdings bleibt, wie man so schön sagt, erst einmal abzuwarten, ob "The Machine" plamäßig fertig wird - erste Memristor-Produkte wollte HP eigentlich schon 2013 fertig haben, mittlerweile liegt der Starttermin bei frühestens 2016. Derweil werkeln andere potente Firmen, darunter Google und Facebook, ebenfalls an neuen Server-Architekturen und Speicher-Technologien.