Cloud28+

HPE startet europäischen Business-Marktplatz

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat seine Initiative "Cloud28+" gestartet. In einem zentralen Katalog stehen europäischen Firmen und Behörden Cloud-Dienste für ihre geschäftlichen Anforderungen zur Verfügung.

HPE hat offiziell Cloud28+ angekündigt, einen Zusammenschluss von IT-Dienstleistern, Software-Anbietern, öffentlichen Einrichtungen und Cloud-Nutzern, die den Einsatz von Cloud-Diensten in Europa fördern wollen. Startpunkt ist ein digitaler Katalog, der bislang 680 Cloud-Dienste von 150 Mitgliedern aus den Bereichen Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) ausweist. Ziel ist es unter anderem,Tranparenz im Markt zu schaffen und lokale Anbieter im Sinne einer EU-weiten Wirtschaftsförderung zu unterstützen.

Die Leistung selbst wird nicht über die digitale Plattform von Cloud28+ erbracht, die Interessenten werden lediglich mit den teilnehmenden Anbietern verbunden. Ausgewählt werden kann nach Kriterien wie Betriebsort, Betreiber, Firmensitz etc. Bislang ist Cloud28+ also kein AppStore - ob irgendwann einmal einer daraus wird, ist noch nicht sicher.

Das Logo von Cloud28+ dürfte in Zukunft öfter auftauchen.
Das Logo von Cloud28+ dürfte in Zukunft öfter auftauchen.

Wie HPE mitteilt, haben sich bereits gut 1000 Anwenderunternehmen vorab für die Nutzung des Katalogs registriert. Sie können nun europaweit nicht nur Lösungen, sondern auch den Rechenzentrumsstandort und diejenigen Betreiber auswählen, die jeweils am besten die Einhaltung der lokalen Gesetze, Sicherheitsstandards und Geschäftsbedingungen gewährleisten. (Siehe auch: Das deutsche HPE-Management stellt sich den Fragen)

Umfrage zu CRM in der Cloud

Wie das Unternehmen im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE deutlich machte, möchte HPE nur Initiator eines Prozesses sein, aus dem heraus sich eine Community rund um europäische Cloud-Angebote bilden soll. Eine Gatekeeper-Funktion habe HPE nur in der Anfangsphase von Cloud28+ insofern, als alle Kontributoren auf der Plattform mindestens einen Dienst einstellen müssten, der auf HPEs Helion-OpenStack-Distribution basiert.

"Das machen wir aus pragmatischen Gründen", sagt Said Zahedani, Leiter des Geschäftsbereichs Hybrid IT (Cloud) für Deutschland bei HPE. "Die Idee dahinter ist, dass wir eine Portabilität von Services hinbekommen. Mit unserer Distribution fangen wir einfach mal an. Ob es dabei bleibt, darüber muss die Community befinden. Wir werden uns 2016 Schritt für Schritt zurückziehen und ihr die Entscheidungen überlassen."

Die Community wird von einem frisch gegründeten, achtköpfigen Advisory Council angeführt, dem unter anderem Vertreter der BT Group und der Cancom-Tochter Pironet angehören. Sie sind laut Zahedani gegenwärtig dabei, Regeln für die Selbstorganisation zu definieren. Dessen Vorgaben werde sich auch HPE beugen, so der Manager.

Sicherer Cloud-Marktplatz für EU-Mitglieder

Zunächst bietet Cloud28+ also einen Katalog, mit dem Anwender Cloud-Angebote europäischer Dienstleister konfigurieren und im Detail vergleichen können. Dabei sollen die Kunden die Angebote nach funktionalen und nicht-funktionalen Kriterien recherchieren können. Die nicht-funktionalen Kriterien umfassen beispielsweise Preis, Dienstgütevereinbarungen oder Zertifizierungen. Ebenso können Anwenderunternehmen Überkapazitäten über den Katalog anbieten und so selbst zum Cloud-Anbieter werden.

Schon jetzt befinden sich laut HPE 680 Webdienste in Cloud28+
Schon jetzt befinden sich laut HPE 680 Webdienste in Cloud28+

Eines der Unternehmen, die Cloud 28+ beigetreten sind, ist Zettabox. "Wir haben Zettabox entwickelt, um europäische Unternehmen dabei zu unterstützen, sich eine nachhaltige Zukunft in der Cloud aufzubauen. Das geht nur, wenn die strengen Datenschutzgesetze in der EU eingehalten werden", erklärt James Kinsella, Gründer des Unternehmens. Es handele sich um das Projekt "einer wachsenden gesamteuropäischen Gemeinschaft, eine einheitliche Cloud-Plattform von Europäern für Europäer sei das Thema.

Gebaut auf Basis von HPE-OpenStack

Xavier Poisson, Vice President für den Geschäftsbereich Hybrid IT bei HPE in EMEA, sagt in einer Presserklärung: "Cloud-Dienste sind entscheidend für das Wachstum der digitalen Wirtschaft. Nun gibt es für Kunden in allen 28 Mitgliedsstaaten der EU und darüber hinaus eine einzige Quelle mit Hunderten von Cloud-Diensten, die ihnen die Transformation zu einer hybriden Infrastruktur ermöglichen."

Nützlich: Cloud28+ lässt sich unter anderem nach Sicherheitskriterien filtern
Nützlich: Cloud28+ lässt sich unter anderem nach Sicherheitskriterien filtern

Das Angebotsspektrum umfasst derzeit Cloud-Dienste für Rechnungswesen, Vertrieb, Marketing, Daten- und Dokumentenverwaltung, Software-Entwicklung und diverse Infrastruktur-Dienste. Weitere Kategorien und Branchenlösungen werden laufend hinzugefügt. (hv)