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HP wirft Sun unfaire Geschäftspraktiken vor

05.10.2004

Sun Microsystems macht sich in der Computerbranche derzeit nicht gerade Freunde - sieht man einmal von Microsoft und Chiplieferant AMD ab. Erst gab es ungewöhnlich harsche Töne in einer Debatte mit IBM und Red Hat darüber, ob Java Open Source werden sollte. Jetzt ist Hewlett-Packard das Opfer der Wahl.

HP hat sich per Brief vom 28. September bei Sun über "irreführende und faktisch falsche Erklärungen" über die Zukunft des Unix-Derivats HP-UX beschwert. Aufgestoßen waren Äußerungen im Weblog von Sun-Geschäftsführer Jonathan Schwartz, eine Online-Anzeige und Aussagen von Marketing-Chef Larry Singer auf der Sun-Website. Deren Argumentation lief darauf hinaus, dass Hewlett-Packard HP-UX aufgebe. Begründet wurde das damit, dass HPs Unix-Derivat auf den PA-Risc-CPUs laufe, einer Architektur, die das Unternehmen bekanntermaßen zugunsten von Intels Itanium aufgeben wird. Gleichzeitig sei HP nicht in der Lage, sein Unix auf x86-Prozessoren (IA32) bringen, obwohl diese den Server-Markt überrollen.

Damit hat Sun, so HPs Marketing-Chef Business Critical Systems, Don Perkins, "die Grenzen normaler Geschäftspraktiken überschritten". HP habe nichts gegen eine "aggressive und konkurrierende" Debatte. "Aber wir halten es für unangebracht, Kunden und die Medien bewusst in die Irre zu führen." HP stehe langfristig hinter HP-UX, erweitere das System sogar um Highend-Eigenschaften aus dem von Compaq übernommenen Tru64 Unix.

Sun zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt. Manager Singer erklärte, sein Unternehmen werde die beklagten Stellungnahmen nicht zurücknehmen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass HP-UX tot ist." Natürlich werde die Marketing-Kampagne "HP Away" fortgeführt, mit der Sun HP-Kunden zu gewinnen versucht, die den Wechsel auf Itanium-basierende Server scheuen. Im Übrigen laufe auch HP-Chefin Carly Fiorina nicht gerade mit Samthandschuhen durch die Gegend. Sie zeige Kunden Charts, die zu suggerieren versuchten, dass Sun irrelevant sei und bald vom Markt verschwinden werde. (ls)