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HP will seine Enterprise-Server attraktiver machen

07.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - HP will seiner lahmenden Enterprise Computing Group zu Wachstum verhelfen und hat deshalb eine neue Strategie entwickelt, um global agierenden Konzernen ein attraktives Angebot zu machen. Hierbei sollen Technologien und Dienstleistungen zu einem Paket verschnürt werden, das es IT-Verantwortlichen leichter macht, ihre IT-Ressourcen an je sich ändernde Geschäftsbedürfnisse anzupassen.

Die jetzt präsentierten Pläne gehören laut HP zu der groß angelegten Initiative "Adaptive Enterprise". Gemeint ist damit die verbrauchsgerechte Vermarktung von IT-Leistung, wie sie IBM unter dem Stichwort Computing on Demand anbietet. HP will mit dieser Strategie Großkunden eine Blaupause liefern, wie sowohl vorhandene Hard- und Softwaretechnologien als auch IT-Dienstleistungen in Unternehmen effizienter genutzt werden können.

Im Zuge der Adaptive-Enterprise-Kampagne wird HPs Service-Division neue Software-Tools anbieten, mit denen es Anwendern leichter fällt, den Bedarf für ihre IT-Systeme zu planen. Auch soll mit diesen Werkzeugen eine Evaluierung möglich sein, ob und wie die im Einsatz befindliche IT-Topologie an sich ändernde Anforderungen angepasst werden kann.

Ob diese Aktion Erfolg hat, wird die Zukunft zeigen. Das "Wall Street Journal" zitierte einen Anwender, der dieses Jahr von HPs "Alphaservern" auf vergleichbare IBM-Produkte wechselte. Der ehemalige HP-Kunde entschied sich für Big Blue, weil die IBM-Server im Anschaffungspreis wesentlich preisgünstiger waren als die Alpha-Maschinen. Zudem verlangt HP offensichtlich auch dermaßen hohe Lizenzgebühren, dass auch diesbezüglich IBMs Angebot wesentlich attraktiver war. Ein weiteres Argument des Anwenders gibt zudem Einblicke in möglicherweise grundlegende Probleme, die HP seit der Fusion mit Compaq besitzt: Der Anwender sagte, HP habe zwar versucht, ihn als Kunden zu halten. Ihm sei es aber nie gelungen, bei den Verkaufsgesprächen mit jemandem zu sprechen, der in der Vertriebsmannschaft ab einer bestimmten Managementebene bei HP Entscheidungen treffen konnte. (jm)