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HP verändert sein Börsensymbol

03.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) will die 18,6 Milliarden Dollar teure Fusion mit Compaq Computer am heutigen Freitag abschließen und sein Börsenkürzel bereits am kommenden Montag von "HWP" auf "HPQ" ändern. Gleichzeitig sollen die Compaq-Aktien aus dem Handel genommen werden. Mit dem Abschluss des Mergers geht ein rund achtmonatiger Kampf zwischen den fusionswilligen Unternehmen und Walter Hewlett, dem Sohn von HP-Mitbegründer William Hewlett, zu Ende. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht Hewletts Klage gegen den Firmenzusammenschluss abgewiesen (Computerwoche online berichtete).

Unabhängig davon hat die Rating-Agentur Standard & Poor's ihre Einstufung von Compaq erhöht und den texanischen PC-Hersteller sowie HP von seiner "CreditWatch"-Liste gestrichen. Die Agentur hatte die beiden Unternehmen im September 2001 kurz nach Bekanntwerden der umstrittenen Fusion auf die Kreditbeobachtungsliste gesetzt.

Capellas: "Wir haben sechs Monate, um uns zu beweisen"

Am gestrigen Donnerstag sprach Michael Capellas, zurzeit noch Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Compaq, auf einer Konferenz von Merrill Lynch über die Zukunft des neuen HP-Konzerns. Die Integration beider Firmen sei eine große Herausforderung. Er gibt HP und Compaq sechs Monate Zeit, um sich als eine Einheit im Markt zu präsentieren. Auf diese Phase sei der Konzern gut vorbereitet: Die Produktpläne für die kommenden drei Jahre seien fertig und die Account-Manager für die 100 größten Kunden ausgewählt. Nähere Einzelheiten sollen am 7. Mai veröffentlicht werden.

Capellas betonte, dass die Fusion von HP und Compaq ungeahnte finanzielle Vorteile bringen werde: "Die Sparpotenziale sind größer als ich dachte und sie befinden sich in überraschenden Bereichen". So könne man etwa durch die Reduzierung der Zulieferer deutlich Kosten einsparen. Ferner wird der Konzern Software von FreeMarkets einkaufen, um seine Zuliefererkette zu optimieren. Mit dieser Lösung sollen Online-Auktionen mit Komponentenlieferanten durchgeführt werden.

Auf die Frage, wie sich das künftige HP von den Rivalen IBM und Dell unterscheiden will, erwiderte Capellas, dass man eine einfachere Strategie als Big Blue habe. HP werde sich auf Windows, Linux und Intel-Chips konzentrieren, während IBM ein riesiges Hardware-Portfolio mit mehreren Betriebssystemen und Chiparchitekturen besitze. Was Dell angehe, so werde HP die durch die Fusion erwirkten Einsparungen einsetzen, um im Marketing-Bereich sowie in Forschung und Entwicklung gegen den Direktanbieter zu kämpfen. (ka)