HP übernimmt Peregrine Systems und AppIQ

20.09.2005
Akquisitionen verstärken Openview in den Bereichen Asset- und Speicher-Management.

Durch den Kauf von Peregrine Systems erweitert Hewlett-Packard (HP) seine System-Management-Lösung in erster Linie um Funktionen für das Erfassen und Verwalten von IT-Inventar. Diesen Bereich deckte HPs "Openview"-Plattform bislang nicht ab, hier stellt Peregrines "Assetcenter" deshalb eine echte Ergänzung dar. Peregrine hatte sich in letzter Zeit zudem mit Produkten wie "Servicecenter" oder "Servciecontrol" verstärkt dem Thema Service-Management gewidmet. Dieses spielt auch in HPs Strategie eine zentrale Rolle. Hier erhofft sich das Unternehmen eine Stärkung der eigenen Produkte durch das zusätzliche Know-how.

Für 425 Millionen Dollar

Eigenen Aussagen zufolge zahlt HP 26,08 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 425 Millionen Dollar in bar für Peregrine. Wie der IT-Konzern bekannt gab, hat er mit dem Unternehmen bereits eine verbindliche Kaufvereinbarung unterzeichnet. Die Zustimmung der Peregrine-Aktionäre vorausgesetzt, soll der Deal spätestens im ersten Quartal 2006 abgeschlossen sein.

Es ist davon auszugehen, dass Peregrines CEO John Mutch das Unternehmen verlassen wird. Der Manager hat sich unter anderem dadurch ausgezeichnet, dass er Peregrine erfolgreich vor dem Bankkrott bewahrt hat: Das Unternehmen war nach Bilanzmanipulationen in die Krise geraten und hatte es über Restrukturierung und Refinanzierung geschafft, eine drohende Insolvenz abzuwenden. Es gelang sogar, aus dem Gläubigerschutzverfahren wieder entlassen zu werden, indem Peregrine die vom zuständigen Gericht geforderten Auflagen erfüllte.

HP will außerdem AppIQ für einen nicht genannten Betrag übernehmen. Das Unternehmen ist mit Produkten wie "Storage Auhority" auf das Verwalten von Speicherressourcen und Storage Area Networks (SANs) spezialisiert. HP bietet seinen Kunden die AppIQ-Software seit Beginn dieses Jahres unter der Bezeichnung "Storage Essentials" an. Jetzt ist der Weg frei für eine tiefere Integration mit den eigenen Lösungen. "Mithilfe von AppIQ ist HP besser in der Lage, Kunden eine einzige integrierte Konsole für die Kontrolle und besseren Ausnutzung ihrer Speicher- und Server-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen", glaubt Ann Livermore, Executive Vice President von HPs Technology Solutions Group. Durch die Kombination der Techniken sei es möglich, die IT-Umgebung zu vereinfachen und die Kosten zu senken.

Die Übernahme soll laut HP innerhalb von 45 Tagen abgeschlossen sein, anschließend wird AppIQ mitsamt seiner 135 Mitarbeiter in den Bereich StorageWorks der Technology Solutions Group integriert. (ave)