HP sucht seine Rolle im Servicemarkt

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
HPs Anspruch als Komplettanbieter im Servicemarkt scheint sehr ambitioniert.

Der HP-Konzern schöpft seine Möglichkeiten im Servicegeschäft nicht aus. "Theoretisch verfügt HP über ein enormes Potenzial, die praktische Um- setzung ist aber schlecht", bemängelt Forrester-Analyst Pascal Matzke. Aufgrund ständiger interner Umorganisationen stehe sich das Unternehmen selbst im Weg. Die Vorteile des umfassenden Portfolios an Software, Hardware und Dienstleistungen habe HP bislang nicht in die Waagschale werfen können.

Viele gute Ideen

HPs Umsatz im Servicesgeschäft stagniert. Die Einnahmen stammen zum Großteil aus Wartungsaufträgen.
HPs Umsatz im Servicesgeschäft stagniert. Die Einnahmen stammen zum Großteil aus Wartungsaufträgen.

Angetan ist der Marktbeobachter aber von dem Adaptive-Enterprise-Konzept des Unternehmens. "HP versucht über dieses Modell, System-Management-Software und Itil-basierende Frameworks mit Services zu verknüpfen. Dadurch entsteht ein ganzheitliches Konzept für das On-Demand-Computing - da gibt es schon einige innovative Ideen", lobt Matzke. Der Anbieter müsse es allerdings schaffen, die einzelnen Komponenten zu verknüpfen und mit Dienstleistungen anzureichern.

Daran arbeitet HP, ist aber, so Matzke, noch nicht am Ziel. Sichtbar ist das Unternehmen im Servicemarkt vornehmlich im Niedrigpreissegment, also dort, wo die Menge über den Geschäftserfolg entscheidet. In diese Kategorie fallen etwa Wartungsdienste für die von der eigenen Hardware-Unit. Das Consulting-Geschäft ist im Vergleich zum Support- und Auslagerungsgeschäft noch klein. Immerhin wachsen die weltweite Consulting-Unit und das globale Auslagerungsgeschäft, zu dem auch die Übername von BPO-Diensten zählt, ordentlich (siehe Grafik).

Zumindest in Deutschland hat HP mit der Übernahme von Triaton, der IT-Ausgründung des Thyssenkrupp-Konzerns, einigen Boden gut gemacht. Deutschland ist Hauptsitz beziehungsweise Competence-Center der weltweiten SAP-Beratungs- und Integrationsmannschaft im Hause HP. "Vor der Triaton-Übernahme war die Serviceeinheit von HP in Deutschland wesentlich weniger sichtbar", bemerkt Tobias Ortwein, Geschäftsführer des Beratungshauses PAC, München. "Die Übernahme und der damit verbundene Outsourcing-Deal mit Thyssenkrupp hat HP in Deutschland die kritische Masse gebracht."

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