CW-Serie: Business-App-Stores

HP schickt zwei Stores ins Rennen

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Im Wettbewerb der B2B-Marktplätze bringt Hewlett-Packard einen weltweiten öffentlichen Marktplatz und eine deutsche B2B-Plattform an den Start.
Die cCell Services bieten Zugriff auf Apps in geschlossenen Umgebungen.
Die cCell Services bieten Zugriff auf Apps in geschlossenen Umgebungen.
Foto: HP

Bereits vor der CeBIT 2012 war die deutsche Dependance von HP vorgeprescht und hatte eine eigene Duftmarke im Geschäft mit B2B-Marktplätzen gesetzt. Sie präsentierte das Dienste- und Infrastukturkonzept "cCell Services", das diverse HP-Produkte zu einer Cloud-Appliance integriert und mit Betriebsdiensten anreichert. Die Idee hinter dem Paket ist, dass der physikalische Betrieb der Cloud-Applikationen wahlweise zentral oder dezentral auf cCell-Hardware und Management-Plattform erfolgen kann. Der Zugang der Nutzer zum Cloud-Apps-Marktplatz funktioniert aber immer über das HP-eigene Rechenzentrum.

Hier wird der B2B-App-Store gehostet, der diverse Applikationen zusammenführt, hier erledigt zudem die Aggregation-Broker-Plattform von HP Aufgaben wie User-Provisionierung sowie die Abrechnung der Dienste. So ist es etwa möglich, dass Anwenderunternehmen ihre Cloud-Applikation im eigenen Data Center auf einer cCell-Box betreiben. Wollen interne Mitarbeiter diese Anwendung beziehen, gelangen sie über eine Web-Adresse in einen Marktplatz, der von HP gehostet wird und der die Verbindung zur dezentral beim Anwender betriebenen Cloud-Applikation herstellt.

Partner entwickeln cCell-Apps

Auf Basis dieser Technik hat HP bereits einen geschlossenen Marktplatz gestartet, der bis dato vornehmlich IaaS-Dienste aus dem eigenen Haus enthält. Im Lauf des Jahres 2012 werden weitere Cloud-Services folgen, bekannt sind bis dato geplante Angebote für den SAP-Betrieb, Web-Server-Kapazitäten, Datenbanken sowie für Microsoft Exchange und Sharepoint. Zudem haben diverse Softwareanbieter Vorhaben auf cCell-Basis angekündigt, etwa Intershop mit den "Commerce Cloud Services", Seeburger mit "File Exchange" und die Software AG. Diese Dienste stehen dann ausschließlich HP-Kunden bereit, denn die cCell-Services adressieren nur Virtual-Private- und Private-Cloud-Umgebungen für Geschäftskunden. "cCell spricht Kundengruppen mit hohen Ansprüchen an Verfügbarkeit und Security an", beschreibt Klaus Berle, Leiter des Cloud Competence Center bei HP, wesentliche Merkmale des Angebots.

Im Dashboard des öffentlichen App Store HP Cloud können User ihre dort bezogenen Dienste verwalten.
Im Dashboard des öffentlichen App Store HP Cloud können User ihre dort bezogenen Dienste verwalten.
Foto: HP

Davon unbenommen sieht das cCellKonzept die Möglichkeit vor, dass HP-Kunden und -Partner einen Marktplatz mit eigenem Corporate Design einrichten. Voraussetzung ist, dass der Aggregation Broker, der die Abrechnung, User-Provisionierung und das Service-Level-Management der Cloud-Apps übernimmt, im HP-Rechenzentrum läuft. So schafft cCell die Basis für eine Vielzahl unterschiedlich gebrandeter B2B-Marktplätze. Bislang wird cCell nur in Deutschland vermarktet. Je nach Zuspruch soll es später in internationale Märkte exportiert werden.