Erster 802.11n-Access-Point vorgestellt

HP ProCurve will über Colubris in fremde Netze

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit dem inzwischen integrierten WLAN-Spezialisten Colubris hofft HP ProCurve auch Kunden von konkurrierenden Netzausrüstern zu gewinnen.

Nachdem sich HP ProCurve lange dem Draft-WLAN-Standard 802.11n verweigert hatte, hat die Netzwerksparte von Hewlett Packard mit dem Kauf von Colubris die entstandenen Lücken im Portfolio schnell geschlossen. Auf einer Veranstaltung in London präsentierte die Company nun das kombinierte Portfolio in dem Bereich.

Carl Blume, Worldwide Director Mobility Solutions bei HP ProCurve.
Carl Blume, Worldwide Director Mobility Solutions bei HP ProCurve.

"Obwohl kaum sechs Wochen seit der am 1. Oktober abgeschlossenen Übernahme vergangen seien, sind die beiden Unternehmen nun voll integriert", verkündete der frühere Colubris-Manager Carl Blume, der nun bei ProCurve die Position des weltweiten Leiters im Bereich Mobility Solutions inne hat. "Die Colubris MSM (Multi-Service Mobility) Hardware wird nun von Hewlett Packard gefertigt und die beiden Entwicklungs-Teams arbeiten zusammen."

Als Käufer der mehr als zwanzig hinzugekommenen Produkte visiert ProCurve dabei nicht nur eigene Bestandskunden an, die auf den bis zu 300 Mbit/s schnellen WLAN-Standard wechseln wollen. "Viele Unternehmen fügen später ein WLAN zu ihren drahtgebundenen Netzstruktur hinzu", erklärte Blume. Dank der Oberlay-Architektur von Colubris könnten sie die WLAN-Produkte dabei in jede Ethernet-Infrastruktur integrieren, egal, ob von ProCurve oder einem anderen Anbieter.

Erster 802.11n-Access Point von HP ProCurve: MSM410
Erster 802.11n-Access Point von HP ProCurve: MSM410
Foto: HP Procurve

"Damit bietet sich für ProCurve eine günstige Eintrittsstrategie in Märkte, die aktuell von anderen Anbietern besetzt seien", fügt der Manager hinzu. Gleichzeitig profitiere Colubris von HPs weltweiten Vertriebskanälen bis hin zur Technology Solutions Group (TSG) und EDS, während ProCurve über Colubris besseren Zugang zu vertikalen Märkten erhält, wie das Bildungs, Gesundheits- und Transportwesen sowie Fertigung oder Service Provider.

Neben der deutlich verbesserten Vertriebssituation hofft Blume, dass sich die Colubris-Produkte auch wegen ihrer Technik beim Kunden durchsetzen. So würde der Traffic in WLAN-Netzen der Konkurrenten Cisco, Aruba und Meru durch einen zentralen Controller gesteuert, während MSM den Controller mit intelligenten Access Points (AP) kombiniert. Obwohl der Traffic damit zentral verwaltbar ist, können die MSM-APs den Datentransport direkt über das Edge leiten und die Last im Backbone somit verringern. Daraus ergebe sich ein besserer Durchsatz bei 11n-WLAN-Traffic und weniger Latency und Jitter - diese Faktoren bestimmen insbesondere die Qualität bei Voice via WLAN.