Itanium-Server

HP plant Großangriff auf IBM-Server

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Anzeige  Mit überarbeiteten Modellen seiner Intel-basierenden Integrity-Server startet Hewlett-Packard eine Offensive gegen den Erzrivalen IBM im Markt für Highend-Server.

Schon vor einiger Zeit avisierte HP der Fachpresse die Vorstellung einer neuen Baureihe seiner Integrity-Server mit Intels aktuellen Quad-Core-Itanium-CPUs ("Tukwila"). Auf der hauseigenen Konferenz "HP Technoloy@Work 2010" in Frankfurt/Main soll es endlich soweit sein. Am morgigen Dienstag will der IT-Konzern eine komplett überarbeitete Reihe seiner Integrity-Server präsentieren, jener Highend-Rechner also, die vor allem mit den System-P-Servern von IBM konkurrieren. Doch damit nicht genug: Hewlett-Packard positioniert die Intel-Server nicht nur gegen IBMs Risc-Unix-Server sondern ausdrücklich auch als "Mainframe-Alternative" für geschäftskritische IT-Aufgaben.

Das Herz der neuen Integrity-Server bilden Intel-Prozessoren vom Typ Itanium 9300, die lange Zeit unter dem Codenamen "Tukwila" gehandelt wurden. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen mit zwei Rechenkernen (Dual-Core) sollen die CPUs laut Intel eine verdoppelte Verarbeitungsleistung bieten. Intel hat in den Chips zudem den Frontside-Bus durch den sogenannten QuickPath Interconnect ersetzt. Die Verbindungstechnik soll eine schnellere Kommunikation zwischen Arbeitsspeicher und CPUs sowie zwischen den einzelnen Prozessoren erlauben.

Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen werden die neuen Integrity-Server nicht nur mehr Leistung sondern auch mehr Flexibilität beim Ausbau bieten, erwarten Experten wie Jim McGregor vom amerikanischen Analystenhaus In-Stat. Für die Itanium-Plattform habe die HP-Ankündigung eine entscheidende Bedeutung. Hewlett-Packard ist mit Abstand der wichtigste Abnehmer der Intel-CPUs. Vom Erfolg der neuen Integrity-Server werde auch das Schicksal der Itanium-Architektur abhängen. (wh)