Es muss nicht immer HA sein

HP neues Rechenzentrums-Konzept soll Millionen sparen

13.03.2009
Uli Ries ist freier Journalist in München.
Anzeige  HP hat mit 'Multi-Tier Hybrid Design' ein neues Konzept für die Planung der Infrastruktur von Rechenzentren vorgestellt. Es soll die Effizienz des Rechenzentrums spürbar erhöhen und die nötigen Kapitalkosten um 15 bis 25 Prozent senken. Neben den Investitionskosten sollen auch die Betriebs- und Energiekosten sinken.
Mit HPs neuem Planungskonzept 'Multi-Tier Hybrid Design' sollen sich bei der Konzeption eines Rechenzentrums 15 bis 25 Prozent der Investitionskosten sparen lassen.
Mit HPs neuem Planungskonzept 'Multi-Tier Hybrid Design' sollen sich bei der Konzeption eines Rechenzentrums 15 bis 25 Prozent der Investitionskosten sparen lassen.

Nach Hewlett-Packards neuem 'Multi-Tier Hybrid Design'-Konzept sollen Unternehmen ihre Rechenzentren nach Zonen unterschiedlicher Verfügbarkeit und somit unterschiedlichem Kostenaufwand aufbauen. Kernthese des neuen Konzepts ist das Ausrichten des Rechenzentrums-Design an den Geschäftsprioritäten. So soll der Betrieb optimiert, die Energieeffizienz verbessert und ein Einsparpotenzial in Millionenhöhe realisiert werden.

Nach der Standard-Klassifikation gibt es für Rechenzentren die Zonen Tier I bis IV, wobei die Tier IV den höchsten Anforderungen an Verfügbarkeit genügt. Die meisten Unternehmen bauen ihr gesamtes Rechenzentrum nach dem höchsten geforderten Verfügbarkeits-Grad auf, der aber eigentlich nur für die geschäftskritischen Prozesse erforderlich wäre. Durch unnötig redundant ausgelegte RZ-Infrastruktur einschließlich Klima- und Energiesystemen entstehen Kosten, die vermeidbar sind.

Das neue HP-Konzept will nun Rechenzentren nach Zonen unterschiedlicher, jeweils für die entsprechende Anwendung ausreichender Verfügbarkeit strukturieren. So sollen sich die Implementierung an sich überflüssiger oder zu teurer Infrastrukturen verhindern lassen. Unternehmen sollen mit diesem Modell zudem die jeweiligen Zonen über den gesamten Lebenszyklus des Rechenzentrums hinweg einzeln an sich ändernde technologische Anforderungen anpassen können.

Vor der eigentlichen Planung müssen zuerst die Prozesse und Applikationen analysiert und priorisiert werden. Diese erste Analyse zeigt, wo redundante Infrastrukturen für geschäftskritische Applikationen erforderlich sind. Im nächsten Schritt werden Applikationen mit ähnlichen Anforderungen in Rechenzentrums-Zonen mit einem einheitlichen, jeweils erforderlichen Grad an Redundanz und Skalierbarkeit zusammengefasst.

"Ein monolithisches Planungsmodell für Rechenzentren treibt die Bau- und Betriebskosten in die Höhe", kommentiert David J. Cappuccio, Vice President und Chief of Research bei Gartner. "Das an der Verfügbarkeit orientierte Planungsmodell hingegen senkt die Investitions- und Betriebskosten, weil es die Rechenzentrums-Infrastruktur den tatsächlichen Anforderungen anpasst."

Mit einem Rechenzentrum, das beispielsweise Tier II und IV kombiniert, soll ein Unternehmen im Vergleich zu einem Gebäude mit einer durchgehenden Tier IV mehrere Millionen Euro einsparen können. Im Vergleich zu einem einheitlichen Tier-IV-RZ sollen sich die Baukosten eines in verschiedene Verfügbarkeitsbereiche unterteilten Rechenzentrums mit zirka 5.000 Quadratmetern Nutzfläche um ungefähr 24 Prozent senken lassen. HP stellt auch ein Online-Tool zur Berechnung der Kostenersparnis seines Multi-Tier-Konzepts zur Verfügung.