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HP neu: Strategiewechsel beim Umgang mit der eigenen IT

05.09.2002
HP will den Service-Bereich umstrukturieren. Nach Disputen mit Compaq über die Zuständigkeit für die interne Informationstechnik soll die neue Geschäftseinheit "Managed Services Design and Delivery" Abhilfe schaffen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) will nach Disputen mit dem Fusionspartner Compaq über die Zuständigkeit für die interne Informationstechnik nun einen Teil seines Service-Bereichs umbauen. Als Lösung des Problems ruft der Konzern eine neue Geschäftseinheit namens Managed Services Design and Delivery (MSD&D) ins Leben. Der Bereich soll für die internen IT-Entscheidungen verantwortlich zeichnen und gleichzeitig die Managed-Services-Wünsche externer Kunden bedienen. Die Einheit berichtet dabei gleichzeitig an ihre übergeordnete Dienstleistungs- und Beratungsgruppe HP Services und direkt an HP-CIO Bob Napier. Nach Angabe von Fred Jones, dem künftigen Leiter des Bereichs, soll die neue Struktur bis Ende Oktober umgesetzt werden. Wenn das Modell Erfolg zeigt und bestimmte Ziele erreicht worden sind, soll die Kontrolle eventuell gelockert werden.

Nach dem Zusammenschluss von HP und Compaq waren Unstimmigkeiten über den Umgang mit der hauseigenen IT quasi vorprogrammiert: Vor dem Merger hatte HP seine IT-Umgebung und -Infrastruktur in die Hände von HP Services gelegt. Damit durften sich die Berater auch bei Kunden ausdrücklich rühmen. Im Gegenzug setzte die IT-Abteilung die Strategien der Servicegruppe um. Compaq wiederum hatte auf ein eher traditionelle Struktur gesetzt: Hier lag die strategische Verantwortung allein bei der internen IT, die CIO (Chief Information Officer) Bob Napier leitete. Als nach der Fusion die HP-Manager ihre Führungspositionen in der Servicegruppe behielten und Napier HPs neuer CIO wurde, waren Konflikte daher fast unvermeidlich. (mb)