Schickes Netbook mit Intel Pine Trail

HP Mini 210 im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Mit Windows 7 und Intel Pine Trail hat das HP Mini 210 aktuelle Technik an Bord. Ob es sich von anderen Netbooks absetzen kann, klärt der Test.

Die Komponenten der Intel-Pinetrail-Plattform verpackt HP beim Mini 210 in ein sehr schickes, dunkelblaues Gehäuse. Die Oberfläche ist glatt, Fingerabdrücke sieht man selbst nach längerem Gebrauch nicht. Elegant beim HP Mini 210 wirken auch die abgerundeten Ecken und das rahmenlose Display, bei dem eine Glasfront über Panel und Rahmen liegt.

Es gibt noch weitere Unterschiede zwischen dem HP Mini 210 und anderen Netbooks: Der Ein-Schalter sitzt beispielsweise nicht wie üblich über der Tastatur, sondern rechts seitlich am Gehäuse. Die Status-LED für die Festplatte sitzt seitlich links - man muss also immer leicht den Kopf verdrehen, wenn man schauen will, ob die Festplatte aktiv ist. Ebenfalls ungewöhnlich: Die Funktionstasten führen beim Tastendruck ihre Spezialfunktion aus - mit F5 springt man zum Beispiel im Media-Player ein Lied zurück. Um die übliche F5-Funktionen zu nutzen - also etwa im Browser eine Webseite neu zu laden - muss man zusätzlich die Fn-Taste drücken.

Der Zugriff auf alle Komponenten fällt leicht
Der Zugriff auf alle Komponenten fällt leicht

HP macht es Anwendern leicht, wenn sie ihr Netbook aufrüsten wollen: Die Bodenplatte des Mini 210 lässt sich mit wenigen Handgriffen entfernen ohne dass man schrauben muss: Dann hat man Zugriff auf alle auswechselbaren Komponenten wie Festplatte, Arbeitsspeicher und WLAN-Modul. Einen freien Mini-Card-Steckplatz hat das HP Mini 210 auch sowie hinter dem Akku einen Einschub für eine SIM-Karte. UMTS lässt sich aber trotzdem nicht nachrüsten - dem HP Mini 210 fehlen die passenden Antennen.

Um mit dem HP Mini 210 online zu gehen oder Musik zu hören, muss man nicht Windows booten. Schon wenige Sekunden nach dem Einschalten des Netbooks, startet HP Quick Web. In dieser Linux-Umgebung kann man Browser, Mail-Programm, Skype, Musik- und Foto-Player auch bequem mit der Maus bedienen.

Akkulaufzeit und Gewicht: Ins Mini 210 packt HP einen großen 6-Zellen-Akku mit 58 Wattstunden. Er ragt hinten etwas über das Gehäuse hinaus. Damit lief das HP Mini 210 beim WLAN-Surfen über 8,5 Stunden, beim Abspielen eines Videos bei voller Helligkeit sechs Stunden - beides gute Ergebnisse. Mit Akku wiegt das HP Mini 210 1320 Gramm.

Bildqualität und Betriebsgeräusch: Im HP Mini 210 sitzt ein spiegelndes 10,1-Zoll-Display mit 1024 x 600 Bildpunkten - das ist Netbook-Standard. Besonders hell strahlt das Display nicht - für draußen ist es daher kaum zu gebrauchen. Auch der Kontrast war höchstens mittelmäßig.
Ungewöhnlich für ein Netbook: Der Lüfter im HP Mini 210 läuft fast ständig. Besonders laut ist er mit maximal 0,5 Sone zwar nicht - trotzdem nervt das Lüftergeräusch auf Dauer.

Tastatur: Im HP Mini 210 sitzt eine Tastatur im sogenannten Islands- oder Chiclet-Design: Die Tastenkappen haben einen kleinen Abstand. Die Tasten liegen in einem 17,5-Millimeter-Raster, sind also kleiner als bei einer Notebook-Tastatur, die ein 19-Millimeter-Raster bietet. Gut für Schnellschreiber: Nur zwei Tasten fallen beim HP Mini 210 noch schmaler aus. Beim Tipp-Test störte der geringe Druckpunkt etwas: Insgesamt bietet das HP Mini 210 ein ordentliche Tastatur, aber es gibt bei Netbooks auch bessere.
Die Tasten des Touchpads sind in das Touchpad-Feld integriert. Es unterstützt Multi-Touch, doch auf der kleinen Touch-Fläche kann man mit zwei Fingern kaum arbeiten. Per Doppelklick auf eine Sensortaste links oben im Touchpad lässt es sich de-aktivieren.

Ausstattung: Das HP Mini 210 ist wie alle aktuellen Netbooks ausgestattet. Es besitzt eine 250 GB große Festplatten sowie die gewohnten Schnittstellen - HDMI fehlt also beispielsweise. Wie übrigens auch Bluetooth: Kabellos kann man per 11n-WLAN mit dem HP Mini 210 netzwerken.
Als Betriebssystem bringt das HP-Netbook das funktionsreduzierte Windows 7 Starter mit: Da dessen Media Player keine Video-DVDs abspielen kann, installiert HP die Cyberlink DVD Suite auf dem Mini 210. Weitere interessante Beigaben: Über HP Clouddrive bekommt man 2 GB Web-Speicherplatz kostenlos, mit HP Mediastream kann man übers Internet auf die Musiksammlung auf dem heimischen PC zugreifen.

Tempo: Die neuen Pine-Trail-Komponenten von Intel bringen dem HP Mini 210 nur ein schmales Tempoplus. Wenigstens die schnell drehende Festplatte macht sich in den Leistungstest positiv bemerkbar. Die 3D-Leistung verdoppelt sich mit der neuen Grafikeinheit GMA 3150 gegenüber dem Vorgänger im 3D Mark 06: Doch für halbwegs anspruchsvolle 3D-Spiele ist ein Netbook wie das HP Mini 210 weiterhin zu langsam.

Fazit: Das HP Mini 210 überzeugt mit einer guten Akkulaufzeit. Außerdem sieht es besser aus als die meisten Netbooks - und ist mit 300 Euro außerdem sehr günstig. Ein uneingeschränkter Kauftipp ist es aber nicht: Dafür müssten Display und Tastatur besser sowie der Lüfter leiser sein.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer Schwesterpublikation PC-Welt. (mhr)