HP lässt die Muskeln spielen

Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach (SE) in München.
Der Hersteller zündete auf der "ENSA 2005" in Kopenhagen ein Feuerwerk neuer Produkte.

Hier lesen Sie ...

  • wie HP die Nonstop-Server auf Itanium migriert;

  • welche Features der neue "Insight Manager" bietet;

  • wie HP SAP-Software virtualisiert;

  • warum das Utility-Data Center ein Flop war.

Der Superdome aus der HP-9000-Familie lässt sich mit PA-Risc- und Itanium-Prozessoren bestücken. In Zukunft setzt HP aber auf die Intel-Architektur.
Der Superdome aus der HP-9000-Familie lässt sich mit PA-Risc- und Itanium-Prozessoren bestücken. In Zukunft setzt HP aber auf die Intel-Architektur.

Die vor zwei Jahren gestartete Initiative "Adaptive Enterprise", HPs Antwort auf IBMs "Computing on Demand", ist weiterhin gültig, auch wenn sie die Company in jüngster Zeit nicht mehr so aggressiv vermarktet. HPs Europachef Bernard Meric beschrieb kürzlich auf der Hausmesse "ENSA 2005" in Kopenhagen noch einmal, worauf es dabei im Rechenzentrum ankommt: Simplifizierung, Standardisierung und Modularität. Die Verfolgung dieser Ziele schaffe Raum für innovative Techniken und Wege für deren Umsetzung. Auffällig ist dabei, dass das Konzept am besten funktioniert, wenn vor allem HP-Produkte zum Einsatz kommen, wie einige Anwendervorträge, etwa vom Formel-Eins-Team Williams oder dem deutschen Maschinenbauer Festo bewiesen.

Ein Ziel von Adaptive Enterprise ist die Service-orientierte Architektur (SOA). Die Company sammelt derzeit im englischen Bristol erste Erfahrungen für die Umsetzung von SOA. Das dort ansässige HP-Lab startete das "SE3D"-Projekt für Trickfilmer. Für das Rendern der Animationsfilme wird viel Rechenleistung benötigt, über die die Künstler nicht verfügen. HP gestattet ihnen deshalb den Zugriff auf die eigenen Computeranlagen in Palo Alto. Wer aber glaubt, die Trickfilmer dürften sich einfach an der Rechenkapazität bedienen, sieht sich getäuscht: Die Teilnehmer am Projekt erhalten Spielgeld und sollen sich die Rechenleistung entweder per Auktion oder kurz- und langfristiger Reservierung sichern. HP testet damit also unterschiedliche Geschäftsmodelle. Es darf vermutet werden, dass die Erfahrungen aus diesem Experiment für das Bereitstellen von externer Rechenleistung etwa für Spitzenbelastungen zukünftig in die Preisfindung derartiger Services auch für kommerzielle Kunden einfließen wird.