"Matrix"

HP kontert Ciscos Server-Attacke

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Mit einem neuen, speziell auf RZ-Automatisierung ausgelegten Server-System will Hewlett-Packard die kürzliche Attacke des Netzriesen Cisco Systems kontern.

Cisco hatte vor etwa einem Monat ähnlich konzipierte Hardware ("Unified Computing") vorgestellt und sich damit erstmals auf das angestammte Terrain der großen Server-Bauer - neben HP sind dies noch IBM, Dell und Sun Microsystems - vorgewagt. Hewlett-Packard reagiert nun seinerseits mit dem Bladeserver "Matrix", den der Konzern aus Palo Alto einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge am kommenden Montag präsentieren will.

Matrix kommt mit der hauseigenen Systems-Management-Software und ist zudem ausgelegt für Software von Drittanbietern, etwa des Virtualisierungs-Spezialisten VMware. Ein spezielles Feature, von HP in internen Unterlagen als "Matrix Orchestration Environment" bezeichnet, soll Aufgaben wie die Planung von Rechenkapazität, Disaster Recovery und Support für Virtualisierung automatisieren.

Nach Schätzung der Marktforschungsfirma IDC werden Unternehmen in diesem Jahr rund 100 Milliarden Dollar für Software und Hardware in Rechenzentren ausgeben. Und diese Investitionen werden weiter ansteigen, wenn immer mehr Programme als Service über das Netz bezogen (SaaS) und nicht mehr auf einzelnen PCs installiert und lokal betrieben werden.

Außerdem wachsen zuvor separate Data-Center-Bereiche wie Rechner, Netz und Speicher zunehmend zusammen. In der Folge bringen nun Firmen, die - wie auch Cisco und HP - früher als Partner kooperierten, jeweils eigene Systeme heraus, welche die verschiedenen Funktionen in einem System kombinieren.

Ciscos Einstieg in den Markt für Bladeserver fand zwar in der Öffentlichkeit reichlich Beachtung, HP hat in diesem Marktsegment aber einen gewaltigen Vorsprung. Laut IDC entfielen im vierten Quartal 2008 fast 55 Prozent der gesamten Bladeserver-Umsätze auf HP. Der nächstgrößte Mitbewerber IBM kam nur noch auf 22 Prozent.