HP ist wieder ein PC-Konzern

24.05.2007
Glänzende Geschäfte mit PCs und Druckern stehen Probleme im Speicherbereich gegenüber.

Sparte

Umsatz

Veränderung zum Vorjahr

Betriebsgewinn

PCs

8,7 Mrd. Dollar

+24

417 Mio. Dollar

Pfeil rauf

Drucker

7,2 Mrd. Dollar

+6

1,2 Mrd. Dollar

Pfeil rauf

Server/Speicher

4,6 Mrd. Dollar

+8

407 Mio. Dollar

Pfeil rauf

Software

523 Mio. Dollar

+58

42 Mio. Dollar

Pfeil rauf

Services

4,1 Mrd. Dollar

+7

459 Mio. Dollar

Pfeil rauf

Gesamt (incl. Financial Services)

25,5 Mrd. Dollar

+13

2,3 Mrd. Dollar

Pfeil rauf

Seit einem Jahr erstreckt sich ein strahlend-blauer Himmel über Hewlett-Packard – nur eine kleine Wolke trübt die Stimmung: Die Speichergruppe wächst langsamer als der Markt, und auch nach drei Quartalen hat der Konzern kein Mittel gefunden, dieses Problem zu lösen. Im zuletzt abgeschlossenen zweiten Quartal (Ende: 30. April) wuchsen die Einnahmen mit Speichern um gerade einmal ein Prozent, während der Markt im mittleren einstelligen Bereich zulegen konnte. Dass HPs Speicherbereich überhaupt wachsen konnte, lag am zehnprozentigen Zuwachs der von Compaq übernommenen "EVA"-Systeme. Die übrigen Storage-Segmente schrumpften. Die Gesamtsparte Server und Speicher baute die Einnahmen dank des Geschäfts mit Servern um acht Prozent aus.

Hoffnungsträger PC

Demgegenüber haben sich die lange totgesagten PCs zum Wachstumstreiber für HP entwickelt. Der Umsatz der Personal Systems Group (PSG) kletterte im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Ein Analyst berichtete, dass die durchschnittlichen Preise für HP-Notebooks um zehn und die für Desktop-Rechner um fünf Prozent gefallen sind. Dies lege den Schluss nahe, dass HP auch ohne große Rabatte in der Lage sei, den Marktanteil speziell gegenüber Dell auszuweiten. Die Verschiebung der Anteile wurden kurz nach den Zahlen durch Marktforscher untermauert. Punkten konnte HP vor allem im Geschäft mit Privatanwendern. Die Zahl der ausgelieferten PCs stieg um 30 Prozent. Der Gewinn der PSG kletterte um 68 Prozent auf 417 Millionen Dollar.

Hier konnte selbst die erfolgsverwöhnte Druckersparte von HP nicht mithalten. Zwar lag der Profit insgesamt mit 1,2 Milliarden Dollar noch deutlich höher, doch belief sich der Zuwachs "nur" auf 20 Prozent. Die Einnahmen der Drucker verbesserten sich um sechs Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Insgesamt verbesserte sich der Umsatz von HP um 13 Prozent auf 25,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn schrumpfte um sieben Prozent auf 1,77 Milliarden Dollar, was mit positiven Steuereffekten im Vorjahreszeitraum begründet wurde.

Nach den Zahlen setzte der Konzern seine Umsatzprognose für das Ende Oktober auslaufende Gesamtjahr herauf. Erwartet werden Einnahmen von knapp 101 Milliarden Dollar, womit HP als erster IT-Konzern die magische Schwelle von 100 Milliarden Dollar überspringen könnte. Auch der Profit soll stärker wachsen als erwartet. An der Börse sorgten die positiven Nachrichten nur für leichte Kursschwankungen. Ein Grund für die ausgebliebene Euphorie der Anleger ist die Tatsache, dass sich die HP-Aktie derzeit um den höchsten Stand seit Ende 2000 bewegt. (ajf)