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HP hat auch zwei Angestellte bespitzelt

14.09.2006
Patricia Dunn entschuldigt sich bei den Mitarbeitern des Konzerns, derweil die Presse immer neue Details ans Licht bringt.

Im Spitzelskandal um den Verwaltungsrat hat Hewlett-Packard (HP) Berichten zufolge neben diversen Board-Mitgliedern und Journalisten auch zwei Mitarbeiter mit unlauteren Methoden ("Pretexting") ausforschen lassen. Die Positionen und Aufgaben der betroffenen Angestellten wurden nicht bekannt gegeben. Zudem entschuldigte sich die im Januar 2007 von ihrem Posten scheidende Board-Vorsitzende Patricia Dunn in einer Botschaft an die HP-Mitarbeiter für die Vorgänge. Dunn bleibt Mitglied des Verwaltungsrats, CEO Mark Hurd übernimmt den Posten des Chairman.

Derweil hat das sich "Wall Street Journal", deren Journalisten ebenfalls überwacht worden waren, in den Fall HP verbissen. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf eingeweihte Kreise, dass die Spionage in Telefonverbindungsdaten nicht das einzige Mittel war, mit dem die externen Detektive das Leck im Verwaltungsrat aufspüren wollten: Verschiedene Personen seien beschattet und mit Video-Kameras gefilmt worden, um Treffen von Pressevertretern und Maulwürfen zu dokumentieren, so die Zeitung. Sollten sich die Informationen als korrekt erweisen, kann HP erneut nach einem Leck suchen. Unterdessen stehen dem Konzern wegen der Arbeitsmethoden seiner externen Ermittler Klagen ins Haus. Die kalifornische Staatsanwaltschaft legte sich bis dato aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest. Das FBI bestätigte eine laufende Untersuchung, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. (ajf)