HP gegen IT-Stagnation

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Auf der Konferenz Software Universe in Wien präsentierte Hewlett-Packard Tools und Wege zur IT-Modernisierung in Krisenzeiten sowie eine Null-Prozent-Finanzierung.

Kostendruck und Konsolidierung hielten viele CIOs schon vor der Finanzkrise in Atem, so dass angesichts der aktuellen Turbulenzen so mancher IT-Manager in Ratlosigkeit verfallen dürfte. Mitten in diese unsichere Stimmung hinein umwirbt die Softwaresparte von HP IT-Verantwortliche: Mit der richtigen Kombination aus Management-Software, gehosteten IT-Servicelösungen sowie einer Null-Prozent-Finanzierung könnten die IT-Modernisierung ohne Unterbrechung weitergetrieben und "die Lichter im Rechenzentrum am Brennen gehalten werden", wie es der Deutschland-Chef von HP Software, Peter Prestele, ausdrückte.

Aktuelle Projekte

Zum einen seien viele Unternehmen mit der Anwendungsmodernisierung befasst, also mit Themen wie Web 2.0, agiler Entwicklung, SOA und Composite-Applications sowie SaaS und Cloud Computing. Der andere Bereich betreffe die Modernisierung des IT-Betriebs in Form von Service-orientierter Anwendungsbereitstellung, Automatisierung und Virtualisierung.

Als Tool zur Anwendungsmodernisierung präsentierte HP die neue Version "HP Quality Center 10.0". Quality Center ist eine zentrale Komponente innerhalb der Suite für "Business Technology Optimization" (BTO), mit der HP das Management des gesamten Softwarelebenszyklus und des IT-Betriebs abdeckt - beginnend am oberen Ende mit CIO-Cockpits für Planung und Management bis hin zu Test-Tools für Entwickler. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt HP unter anderem die Prozessstandardisierung auf der Basis von Testvorlagen (Templates). Solche Vorlagen eignen sich dazu, die am Softwaretest beteiligten Personen auf Pflichtabläufe und verbindliche Arbeitsfelder festzulegen. Eine weitere Neuerung ist die Wiederverwendung von Test-Assets innerhalb eines Projekts, wobei die Premier Edition zusätzlich den Einsatz von Asset-Bibliotheken über beliebig viele Projekte hinweg erlaubt.

In Sachen IT-Betrieb präsentierte der Hersteller eine ganze Reihe von neuen oder überarbeiteten Produkten, die ein "360-Grad-IT-Management" ermöglichen und damit IT-bedingte Geschäftsstörungen verhindern oder beheben sollen. Im Mittelpunkt steht dabei die "UCMDB 8.0" (Universal Configuation Management Database), die als zentrales "Gehirn" eine Fehlersuche auch in komplexen IT-Umgebungen über alle Domänen hinweg ermöglicht. Das entsprechende Frontend für den First-Level-Support liefert der "Operations Manager i" (OMi).

Er präsentiert einen konsolidierten Gesamtüberblick und zeigt Alarme aus dem Endanwender-, Geschäftsprozess- und IT-Monitoring - und zwar nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip vorsortiert und strukturiert.

Null-Prozent-Finanzierung

Um die Hürde für die Softwareinvestitionen so niedrig wie möglich zu legen, lockt der Hersteller mit einem Null-Prozent-Leasing- oder Finanzierungsangebot für die BTO-Produkte. Voraussetzung dafür ist eine Mindestinvestition von 100 000 Dollar, die Aktion endet am 31. Januar 2009. (ue)

Hauptsache schnell implementiert

CW: Es gibt kaum einen Hersteller, der heute nicht von SaaS und Cloud Computing spricht. Welchen konkreten Nutzen haben Ihre Kunden von gehosteten Lösungen?

ISHERWOOD: Wir sind seit sieben Jahren im SaaS-Geschäft und haben heute 700 Kunden in diesem Bereich. Für sie zählt vor allem die Geschwindigkeit der Implementierung. Vom Zeitpunkt des Auftrags vergehen im Schnitt gerade mal zwei Wochen, bis der Anwender ein gehostetes System-Management-Produkt einsetzen kann.

CW: Von welchem Marktvolumen reden wir bei System-Management-Lösungen auf SaaS-Basis?

ISHERWOOD: Laut IDC ist HP der zehntgrößte SaaS-Anbieter weltweit, und im Bereich System-Management sind wir Marktführer, während IBM, BMC und CA damit gerade anfangen. Die Studie beziffert das derzeitige jährliche Marktvolumen auf 200 Millionen Dollar.

CW: Werden Sie Ihre Produkte zukünftig nur noch in der Wolke anbieten, oder setzt HP weiterhin auf lokal installierte Software?

ISHERWOOD: Wir wollen den Kunden auch in Zukunft drei Bezugsformen für Software parallel anbieten. Sie kaufen eine Lizenz und implementieren selber, sie nutzen unsere Outsourcing-Dienste, oder sie wählen das Cloud-Modell - und zwar wahlweise als Inhouse- oder als externe Cloud-Variante.