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HP-Forscher wollen Transistor ablösen

01.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein Forscherteam bei Hewlett-Packard ist nach eigenen Angaben einen entscheidenden Schritt bei der Entwicklung eines Nachfolgers für den Transistor vorangekommen, derzeit fundamentaler Baustein der Computerindustrie. Den Wissenschaftlern gelang es, ungewöhnlich kleine Kreuzungen von Platindrähten zu erzeugen, die Schaltfunktionen ausführen können, wie sie heute Transistoren erledigen. In Kombination mit älterer Forschung auf Basis der gleichen Technik lasse sich der Ansatz für alle Bereiche anpassen, die zum Bau künftiger Rechner nötig sind, glauben die Experten.

HP ist eines von vielen Unternehmen, die nach Alternativen zu herkömmlichen Halbleitern suchen. IBM etwa hat ultrakleine Schaltkreise aus so genannten Kohlenstoff-Nanoröhrchen gebaut und exakte Muster von Kohenstoffmolekülen auf einer Kupferoberfläche erzeugt. Die gesamte Branche steht vor dem Problem, dass die photographischen Techniken an ihre Grenzen stoßen, mit denen gegenwärtig Transistoren auf Siliziumoberflächen erzeugt werden. Deren Dichte verdoppelt sich gemäß Moore's Law alle 18 Monate - irgendwann aber stößt die Technik an physikalische Grenzen.

Den HP-Forschern ist es jedenfalls jetzt gelungen, mit ihrer 1998 erstmals beschriebenen "Crossbar"-Technik auch die seinerzeit noch fehlende "NOT"-Funktion sowie eine Verbindung von Schaltungen zu realisieren. Die Ergebnisse veröffentlichen Philip Kuekes, Duncan Stewart und Stanley Williams, Leiter der Quantenforschung der HP-Labors, heute im "Journal of Applied Physics". Sie arbeiteten mit etwa 30 Nanometer dicken Drähtchen, die entscheidenden Kreuzungsstellen sind aber erheblich kleiner. (tc)