Produktoffensive

HP feuert Virtualisierungs-Breitseite

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Mit neuen Desktops, Servern, Storage, Software und Services möchte Hewlett-Packard (HP) seiner Kundschaft das Thema Virtualisierung näher bringen.

HP kündigt unter anderem vier Thin-Client-Computer zur Virtualisierung von Desktops, einen "von Grund auf" für Virtualisierung konzipierten Blade-Server, neue Geräte zur Storage-Virtualisierung sowie flankierende Beratungsdienste an. Der Konzern vermarktet Virtualisierung dabei nicht allein als Mittel zum Kostensparen. Unternehmen sollen damit wettbewerbsfähiger werden, indem sie IT-Ressourcen frei machen und damit schnell neue Dienstleistungen anbieten.

"Viele Unternehmen fokussieren heute darauf, wie Virtualisierung Kosten senken kann", erklärt Ann Livermore, Chefin der Technology Solutions Group von HP, in einem Video auf der Website des Herstellers. "Wir glauben, dass sie viel mehr ermöglicht."

Ein Thin Client von HP
Ein Thin Client von HP
Foto: HP

Auf dem Desktop will HP Virtualisierung über das Call Center hinaus in ganz neue Einsatzbereiche wie die Büros von Business Analysts, Ingenieuren und sogar Börsianern hieven. Es bietet dafür vier neue Thin-Client-Rechner an, die im Oktober lieferbar sind. Zwei laufen mit dem hauseigenen Betriebssystem "ThinConnect", die beiden anderen unter Windows CE und Windows XP Embedded.

Ergänzend unterstützen die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Blade-PCs - diese sind für anspruchsvolle Endnutzer gedacht - nun "XenDesktop" von Citrix. Mit VDI können Unternehmen verschiedene Desktop-Betriebssystemumgebungen für einfachere Einsatzbereiche auf einem Server betreiben.

Die Thin Clients kosten beim Kauf in Stückzahlen rund 200 Dollar. Sparen sollen Unternehmen damit durch die zentrale Verwaltung der Desktops, längere Lebenszyklen der Geräte (bis zu sieben Jahre im Vergleich zu fünf beim Standard-Desktop) sowie selteneres Vorkommen von Datenverlust oder -diebstahl. Ein Thin Client braucht außerdem mit rund 25 Watt deutlich weniger Strom als ein vollwertiger PC mit 100 oder mehr Watt.

Der Blade-Server BL495c
Der Blade-Server BL495c
Foto: HP

Für das Rechenzentrum offeriert HP den neuen Blade-Server "BL495c" mit 16 DIMM-Plätzen für bis zu 128 GB Arbeitsspeicher, bis zu acht Netzanschlüssen pro Blade und zwei Flash-basierenden Solid-State Drives (SSDs). "Wenn sie unausgelastete Server zu einer einzigen Plattform konsolidieren, was viele Kunden mit Virtualisierung tun, dann muss diese Plattform sich sehr gut erweitern lassen", sagt Mark Potter, General Manager von HPs BladeSystem Group. "Speicher und I/O sind die Komponenten, bei denen am ehesten Bottlenecks auftreten."

Im BL495c stecken zwei Quad-Core-Opterons von AMD und Hypervisor-Software von wahlweise VMware, Citrix oder Microsoft. Zu haben ist die Maschine als Uniprozessor ab knapp 2500 Dollar.

Auch das 4400 Enterprise Virtual Array lässt sich virtualisieren.
Auch das 4400 Enterprise Virtual Array lässt sich virtualisieren.
Foto: HP

Eine weitere Neuheit sind die "StorageWorks 4400 Scaleable NAS File Services", die sich mit dem "4400 Enterprise Virtual Array" zu einem virtuellen Speicher-Pool kombinieren lassen, den sich dann alle angeschlossenen Server teilen. Das System kommt mit 4,8 Terabyte Speicherplatz und lässt sich auf bis zu 96 TB erweitern. Die Version mit Windows File Services kostet ab gut 94.000 Dollar, die Linux-Variante schläft mit knapp 98.000 Dollar zu Buche.

Ferner kündigt HP noch Verbesserungen an seinem Unix-Derivat HP-UX, verschiedene Beratungsleistungen zum "Festpreis" und Software-Updates zur Verwaltung virtueller Umgebungen an. Ausführlichere Infos dazu finden sich auf der Website des Herstellers.

Bei einer von HP beauftragten Befragung von 150 Entscheidungsträgern in vor allem Großunternehmen stellte sich heraus, dass bereits annähernd 90 Prozent schon in irgendeiner Form Virtualisierung betreiben. Die meisten davon stecken allerdings noch im Anfangsstadium. Nur rund ein Drittel sieht in der Virtualisierung ein Mittel, um das Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen oder wettbewerbsfähiger zu werden.

HP ist nur einer von zahlreichen Herstellern, die im Vorfeld der VMware-Hausmesse VMworld (startet am 15. September in Las Vegas) neue Produkte vorstellen. BMC kündigte gestern ebenfalls neue Management-Lösungen an. Weitere Neuheiten stehen von unter anderem Microsoft, Sun Microsystems, Surgient und Neterion ins Haus.