Software schwach, Networking stark

HP Enterprise überrascht mit ordentlichen Zahlen

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Hewlett-Packard Enterprise (HPE) hat erstmals nach der Konzernspaltung eigene Quartalszahlen vorgelegt. CEO Meg Whitman zeigte sich zufrieden, ihre Entscheidung sei durch die guten Ergebnisse bestätigt worden.
Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, stellt solide Quartalszahlen vor. Outsourcing- und Software-Business schwächeln allerdings.
Meg Whitman, CEO von HP Enterprise, stellt solide Quartalszahlen vor. Outsourcing- und Software-Business schwächeln allerdings.

HP Enterprise wies für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres um 2,5 Prozent gesunkene Umsätze von 12,7 Milliarden Dollar (Vorjahr: 13,1 Milliarden) vor. Der Nettogewinn fiel um 52 Prozent auf 267 Millionen Dollar (Vorjahr: 547 Millionen). Rechnet man Effekte wie den starken Dollar ab, hätte HPE aber ein Wachstum von vier Prozent vorgewiesen und - auf dieser Basis - rein rechnerisch das dritte Quartal in Folge Wachstum gezeigt. Sowohl die Einnahmen als auch der Ertrag übertrafen die Erwartungen der Wall-Street-Analysten, weshalb die HPE-Aktie nachbörslich um knapp sechs Prozent zulegte.

2016 wird ein gutes Jahr für HPE

"Wir hatten ein gutes Quartal", sagte Whitman, die Spaltung des Unternehmens in die für PCs und Drucker zuständige HP Inc. und den auf Enterprise-Lösungen fokussierten Bereich HPE sei richtig gewesen (siehe auch: Das Deutsche HP-Management stellt sich den Fragen). Die HPE-Chefin bestätigte auch die für das gesamte Geschäftsjahr erwarteten Zahlen.

Die Zahlen wurden mit einiger Aufmerksamkeit aufgenommen, weil viele Marktbeobachter eine generelle schwächere Nachfrage nach IT-Equipment im Enterprise-Sektor erwartet hatten. So hatte Intel im Januar Zahlen vorgelegt, die in der Data-Center Group nur noch ein Plus von fünf Prozent aufwiesen. Was zunächst gut klingt, ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eher bescheiden, damals war Intel in diesem Segment um zwölf Prozent gewachsen. Cisco hatte zudem im Februar berichtet, dass sich viele Kunden im Januar mit Käufen zurückgehalten hätten, weil sie von den Unwettern an den weltweiten Börsen irritiert gewesen seien. Vor diesem Hintergrund konnte HPE nun mit einer stabilen Geschäftsentwicklung überraschen.

Speicher und Netzwerk-Equipment stark

Whitman sagte, die Nachfrage nach Enterprise-Servern sei solide. Am stärksten sei die Nachfrage unter den großen Web-Unternehmen. "Sie kaufen!", so die HPE-Chefin. HPE verzeichnete hier im Vergleich zum Vorjahresquartal zwar ein leichtes Minus von einem Prozent, sieht sich aber währungsbereinigt mit fünf Prozent im Plus. Besser lief es in der Storage-Sparte, wo der Trend zu Flash-Speicher ungebrochen sei. Besonders stark präsentierte sich indes die Networking-Sparte, wo HPE der Drei-Milliarden-Dollar-Kauf Aruba Networks in die Hände spielt. HPE konnte hier um 54 Prozent Wachstum zeigen.

IT-Services und Software schwach

Schwächer verliefen die Geschäfte bei den Technology Services und hier insbesondere im Produkt-Support. Hier sanken die Einnahmen um neun Prozent. Um acht Prozent rückläufig war das Outsourcing-Geschäft und - für HPE wohl besonders bitter - die Softwaresparte verzeichnete einen Umsatzrückgang von zehn Prozent.