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HP drohen Klagen im Schnüffelskandal

13.09.2006
Kaliforniens Staatsanwalt will genügend Beweise gesammelt haben, um Board-Mitglieder und externe Detektive anzuklagen.

Nach einer Woche negativer Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Bespitzelung von Verwaltungsratsmitgliedern und Journalisten muss sich Hewlett-Packard (HP) auf die kritische Beobachtung durch die Presse über einen längeren Zeitraum als gewünscht einstellen. Zwar kündigte gestern Verwaltungsratschefin Patricia Dunn ihren Rücktritt für Januar 2007 an (CEO Mark Hurd wird dann in Personalunion auch Chairman des Boards), doch damit ist der Fall längst nicht vom Tisch: Der Staatsanwalt von Kalifornien, Bill Lockyer, sagte darauf in einem Interview, er habe genügend Beweise gesammelt, um Anklage zu erheben. Dies betreffe Mitarbeiter von HP ebenso wie externe Dienstleister.

Laut "Wall Street Journal" könnte es sich dabei um die Firma Security Outsourcing Solutions aus Boston handeln. HP hat den Namen der Detektive nicht genannt. Jedoch wurde der Konzern inzwischen durch mehrere US-Institutionen aufgefordert, die Fakten auf den Tisch zu legen. Zudem berichtet die Zeitung unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass mindestens ein Board-Mitglied im Rahmen der Untersuchung abgehört worden ist, um den Maulwurf im Verwaltungsrat zu identifizieren.

Der mittels der Spitzeldienste überführte Presse-Informant, George Keyworth, ist gestern von seinem Posten zurückgetreten. Als er im Mai auf einer Board-Sitzung mit den Vorwürfen konfrontiert worden war, hatte er sie nicht abgestritten, jedoch einen Rücktritt abgelehnt. (ajf)