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HP/Compaq: In zwei Monaten wollen wir loslegen

27.03.2002
Geht es nach HP und Compaq, dann startet ihr geplantes Gemeinschaftsunternehmen irgendwann zwischen April und Mai. Die Mitarbeiter wurden per Memo bereits eingeschworen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auch wenn das Ergebnis der Auszählung der HP-Aktionäre (derzeit im Gange bei IVS Associates in Newark, Delaware) über die geplante Fusion mit Compaq möglicherweise noch mehrere Wochen auf sich warten lässt: Hewlett-Packard ist zuversichtlich, dass der geplante Deal zustande kommt und treibt die Integration beider Unternehmen bereits ordentlich voran. Bereits 1200 Mitarbeiter beider Unternehmen sind für so genannte Clean Teams abgestellt, die sich abgeschottet vom Rest der Unternehmen ausschließlich mit Integrationsbemühungen befassen. Das sind schon deutlich mehr als vor einem Monat, als die Zahl noch mit "einigen Hundert" beziffert wurde.

Beide Unternehmen wandten sich gestern in einem Memo an ihre Belegschaften. Das Schreiben wurde auch bei US-Bundesbehörden veröffentlicht. HP und Compaq planen demnach, dass ihr fusioniertes Gemeinschaftsunternehmen irgendwann "zwischen April und Mai seine Pforten öffnet und loslegt". Für diesen Termin liege man im Plan, so HP. Sobald das Ergebnis der Aktionärsabstimmung vorliegt, müssen noch allerlei juristische Dokumente für den Abschluss der Fusion finalisiert werden. HP hofft, dass das neue Unternehmen dann wenige Tage später an den Start gehen kann.

Ein Launch-Team arbeitet bereits mit der neuen Chefetage an wichtigen anschließend zu kommunizierenden Themen. Vorbereitet werden dort Informationen von der künftigen CEO (Chief Executive Officer) Carly Fiorina und dann President Michael Capellas für Mitarbeiter, Kunden und Partner. Im Mittelpunkt stehen dabei zunächst Produkt-Roadmaps und Branding-Themen.

Die eigenen Mitarbeiter werden dagegen noch etwas länger warten müssen, bevor Konkreteres über den bereits angekündigten Abbau von rund 15.000 Stellen mitgeteilt wird. "Wir müssen den Entscheidungen oberste Priorität geben, die Kontinuität sicher stellen und in unseren Bereichen mit Außenwirkung Service-Unterbrechungen minimieren", heißt in den Memo. "Wir beabsichtigen, so bald wie möglich über Job-Auswahl und Stellenabbau zu informieren. Aber diese Entscheidungen und Ankündigungen hängen von den Strategien und Plänen der einzelnen Bereiche ab und müssen in Übereinstimmung mit relevanten nationalen und lokalen Gesetzen getroffen werden."

Außerdem appellierten beide Unternehmen an die Disziplin ihrer Angestellten. Beide Konzerne seien noch so lange Wettbewerber, bis der Abschluss legal und das Gemeinschaftsunternehmen gestartet sei: "Mitarbeiter, die nicht in Clean Teams arbeiten, sollten mit ihren Gegenstücken im jeweils anderen Unternehmen nichts zu tun haben, solange sie nicht dazu aufgefordert werden."

Walter Hewlett, der gegen die Fusionspläne opponierende HP-Gründersohn, hofft weiterhin auf ein Scheitern der Fusionspläne. Er erklärte gestern vor einer Versammlung institutioneller Anleger: "It ain't over till it's over" [Es ist erst dann vorbei, wenn es wirklich vorbei ist]. Eine gewisse Resignation war aber bereits zu erkennen. Sollte der Merger durchgehen, dann "wird er wohl im Interesse der Anleger gewesen sein", so Hewlett weiter. (tc)