Meg Whitman nächste CEO?

HP-Chef Apotheker muss um seinen Posten bangen

22.09.2011
Die Zeit für den aus Deutschland stammenden Léo Apotheker auf seinem Posten als HP-Chef scheint abgelaufen.
HP-Chef Léo Apotheker: Das Board will ihn offenbar loswerden.
HP-Chef Léo Apotheker: Das Board will ihn offenbar loswerden.
Foto: Hewlett-Packard

Der Verwaltungsrat erwägt nach übereinstimmenden US-Medienberichten, den Spitzenmanager vor die Tür zu setzen. Und es soll auch schon einen aussichtsreichen Kandidaten für die Nachfolge geben: die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman. Whitman sitzt im HP-Verwaltungsrat - das Gerücht von ihrem möglichen Wechsel auf den Chefsessel stieß allerdings branchenweit bereits auf Verwunderung bis Häme.

Noch sei der Personalwechsel keine ausgemachte Sache, schrieb das gewöhnlich gut informierte Technologieblog "All Things Digital" am Mittwoch. "Doch eine starke Fraktion im Verwaltungsrat drängt darauf, Apotheker loszuwerden." Die Kontrolleure werfen dem ehemaligen SAP-Chef demnach eine Reihe an Managementfehlern vor.

Auch die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf eingeweihte Personen von der Revolte - und löste damit ein Freudengeheul unter den Aktionären von Hewlett-Packard aus. Der Kurs sprang an der New Yorker Börse bis zum Mittag (Ortszeit) um sieben Prozent hoch. Die Beteiligten selbst äußerten sich zunächst nicht.

Meg Whitman: Die Frau, die der Ansicht war, eBay müsse unbedingt Skype kaufen.
Meg Whitman: Die Frau, die der Ansicht war, eBay müsse unbedingt Skype kaufen.
Foto: Meg Whitman

Apotheker hatte am 1. November vergangenen Jahres das Ruder bei HP übernommen, nachdem sein populärer Vorgänger Mark Hurd wegen einer undurchsichtigen Affäre mit einer externen Mitarbeiterin gehen musste. Hurd arbeitet jetzt für den Software-Konzern Oracle.

Apotheker will HP mehr in Richtung Dienstleistungen und Software ausrichten und erwägt sogar, die PC-Sparte abzuspalten. Die Umbaupläne kommen aber weder innerhalb des Unternehmens noch bei den Aktionären gut an. Erschwerend kommt eine allgemeine Abschwächung der Computerverkäufe hinzu. Der Kurs dümpelt nahe eines Fünf-Jahres-Tiefs vor sich hin.

Sollte Apotheker tatsächlich gehen müssen, wäre das schon der zweite Tiefschlag in Folge. Bei SAP hatte er den Chefposten nach Differenzen mit Gründer Hasso Plattner räumen müssen. Mitarbeiter des Unternehmenssoftware-Spezialisten aus Walldorf sagen Apotheker einen schroffen Führungsstil nach. (dpa/tc)