Paukenschlag aus Palo Alto

HP besinnt sich zurück aufs Enterprise

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Hewlett-Packard hat einen massiven Umbauplan präsentiert - nach zehn Jahren womöglich die späte Einsicht, dass der Kauf von Compaq ein strategischer Fehler war.

HP sorgte gestern bereits vor Börsenschluss in den USA für jede Menge Wirbel: Der Konzern kündigte an, er wolle die Softwareschmiede Autonomy übernehmen, seine PC-Sparte möglicherweise abstoßen und das Geschäft mit webOS-Hardware - darunter das gerade 49 Tage am Markt befindliche Tablet "Touchpad" - aufgeben. Dazu gab es aus Börsensicht enttäuschende Quartalszahlen und Prognosen. Später folgten dann eine Reihe von Pressemitteilungen mit mehr Details, der Aktienkurs von HP gab (in einem zugegeben schwachen Umfeld) deutlich nach.

HP-Chef Léo Apotheker beim Strategie-Update des Konzerns im März
HP-Chef Léo Apotheker beim Strategie-Update des Konzerns im März
Foto: Hewlett-Packard

In der Mitteilung zu den Quartalszahlen konkretisierte Hewlett-Packard den bereits im März verkündeten Strategieschwenk: Der Konzern aus Palo Alto will sich verstärkt in Wachstumssegmenten mit Mehrwert und höheren Margen engagieren, seinen Fokus auf die strategischen Prioriäten Cloud, Lösungsgeschäft sowie Software mit Schwerpunkt auf Unternehmen, Handel und Öffentliche Hände schärfen und stärker in Innovationen investieren, um sich besser vom Wettbewerb zu differenzieren.

"Wir wollen die Performance konzernweit verbessern", erklärte CEO Léo Apotheker. "HP unternimmt große und einschneidende Schritte, um sich als führender Anbieter für die entstehende Informations-Ökonomie aufzustellen. Die heutigen Ankündigungen werden uns in die Lage versetzen, durch Fokus auf weniger Fronten nachhaltig Shareholder Value zu schaffen und unsere Geschäfte besser zu führen, in Innovation zu investieren und einen Business-Mix mit höheren Margen zu erreichen."

Die Rückbesinnung aufs Enterprise kommt spät, aber beinahe zwangsläufig: Das mehrheitlich in den Sparten Personal Systems Group (PSG) und Imaging and Printing Group (IPG) versammelte Consumer-Business ging im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zurück. Innerhalb der PSG waren die Einnahmen um drei Prozent rückläufig, die operative Marge lag immerhin noch bei 5,9 Prozent. Das PC-Geschäft mit Firmenkunden legte um neun Prozent zu - aber die Consumer-Erlöse fielen hier um 17 Prozent.