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HP behält seine asiatischen Zulieferer

05.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Schon durch seine schiere Größe ist das "neue" HP nach der Übernahme von Compaq auch in puncto Einkaufsvolumen zweitgrößter Computerkonzern weltweit. Wer nun erwartet hatte, das Unternehmen werde die Liste seiner asiatischen Zulieferer deutlich ausdünnen, sieht sich indes eines besseren belehrt: HP will die Beziehungen mit den Fertigungspartnern beider Fusionsfirmen aufrecht erhalten. Etwas wärmer anziehen müssen sich die vor allem in Taiwan und Südkorea ansässigen Auftragsfertiger laut "Wall Street Journal" trotzdem, denn HP wird sie in Preisverhandlungen massiver als bisher gegeneinander ausspielen. "Die Gewinnmargen bei neuen HP-Aufträgen dürften dünner ausfallen als früher, und auch dünner als bei anderen", vermutet Tony Tseng, Analyst bei Merrill Lynch in Taipeh.

Die Auswirkungen auf die taiwanische Wirtschaft dürften durchaus spürbar sein - allein im vergangenen Jahr bestellten HP und Compaq zusammen Computer und Zubehör im Wert von mehr als 14,5 Milliarden Dollar, das sind mehr als zehn Prozent der gesamten Exporte der Inselchinesen (123 Milliarden Dollar). In Taiwan werden in diesem Jahr vermutlich 60 Prozent aller Notebooks weltweit produziert. Große Hersteller wie Quanta oder Compal können mögliche Einschränkungen bei HP durch Aufträge anderer Großer wie Dell, Toshiba oder Apple wettmachen; für kleinere Anbieter könnte es aber eng werden - die beiden Lieferanten Arima und Inventec beispielsweise machen beispielsweise seit Jahren ihr Geschäft hauptsächlich mit Compaq. (tc)