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HP arbeitet an Blackberry-Killer

13.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard wird im Juni seinen neuen "iPaq 6500" auf den Markt bringen, der Telefoniefähigkeiten mitbringt und standardmäßig mit GPS-Empfänger und Navigationssoftware von TomTom geliefert wird. HP überlegt außerdem, ob es die Push-E-Mail-Software von Good Technologies mit dem Gerät ausliefern soll. Das letztere Thema ist etwas heikel, da auch Microsoft selbst für seine Pocket-PC-Plattform später im Jahresverlauf Push-E-Mail avisiert hat. Will HP diese Technik aber vom ersten Tag an Bord haben, führt an Good kaum ein Weg vorbei.

Der 6500 wird HPs zweiter iPaq mit Telefoniefähigkeiten nach dem Ende vergangenen Jahres ausgelieferten "6340". Das neue Modell hat außerdem Bluetooth und WLAN an Bord und besitzt erstmals auch eine integrierte (Hardware-)Tastatur. Damit zielt der neue iPaq klar gegen die Blackberry-Produkte und -Services des kanadischen Anbieters Research in Motion (RIM), das den mobilen Messaging-Markt bis dato eindeutig dominiert.

Über welche Carrier der iPaq 6500 in Europa vermarktet wird, ist laut "Computerwire" noch nicht entschieden. Geplant sind GSM/GPRS- sowie CDMA-Connectivity, und HP stößt damit erstmals ernsthaft auf den europäischen Markt vor. In den USA verbindet den Anbieter eine Marketing-Allianz mit T-Mobile; in Europa könnten aber andere Anbieter wichtiger sein. "Vodafone, ein enger Partner von uns, wird sich für das Gerät interessieren", erklärte Tim Schelling, Director of Category Management in Großbritannien und Irland.

Von Smartphone unterscheide sich der kommende iPaq unter anderem darin, dass er eher "ein daten-zentrisches Gerät mit Telefonie" darstelle, ergänzte Schelling. Es sei deswegen kein Problem, mit dem Handheld beispielsweise Excel-Rechenblätter oder PowerPoint-Präsentationen zu bearbeiten, womit Smartphones noch immer Probleme hätten.

Auch preislich dürfte der iPaq in einer anderen Liga spielen - der aktuelle 6340 kostet rund 650 Dollar, und der 6500 dürfte kaum günstiger sein. Was Endkunden dafür hinblättern müssen, hängt natürlich weitgehend davon ab, wie stark die Mobilfunkfirmen das Gerät zu subventionieren bereit sind. (tc)