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Hottest Topics 2005: Gartner identifiziert die fünf wichtigsten IT-Trends

08.06.2005
IT-Entscheider sollten sich mit den Hype-Themen Open-Source, Sprach/Datenkonvergenz, Service-orientierte Architektur (SOA), Utility Computing und Global Sourcing befassen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Analysten von Gartner haben in einem aktuellen Report die fünf momentan wichtigsten Themen der IT identifiziert und analysiert. Aus Sicht des Marktforschungsinstituts sollten Unternehmen ihr Augenmerk im laufenden Jahr insbesondere auf die Hype-Themen Open-Source, Konvergenz von Daten und Sprache, Service-orientierte Architektur (SOA), Utility Computing und Global Sourcing legen. Diese Trends führten zu unvermeidbaren und unwiderruflichen Veränderungen in der IT-Landschaft, erklärt David Cearley, Research Vice President bei Gartner. Für IT-Entscheider stelle sich folglich die Frage, wann sie sich mit diesen Themen auseinandersetzen müssen und welchen Wert sie für ihr Unternehmen aus dieser Entwicklung ziehen können. "Mit SOA, Open Source und Utility Computing wird ein fundamentaler Wandel eingeleitet, wie Applikationen gebaut und ausgeliefert werden", so Cearley. "Sprach/Datenkonvergenz und Outsourcing werden ebenfalls auflösende Kräfte in der IT-Industrie sein."

Sprach/Datenkonvergenz

Laut Gartner führen IP-Telefonie und Voice over IP (VoIP) dazu, dass 40 Prozent aller Unternehmen ihre Sprach- und Datennetze bis 2010 zusammengeführt haben, mehr als 95 Prozent der großen und mittleren Firmen haben zumindest damit begonnen. Außerdem müssen sich die IT-Entscheider laut Gartner auf eine höheres Netzbudget einstellen: So soll zwar der Preis für den Transport von Daten und Sprache um jährlich bis zu 15 Prozent zurückgehen, gleichzeitig wächst aber der Traffic in den kommenden fünf Jahren um 30 bis 60 Prozent.

Service-orientierte Architektur

Gartner prognostiziert, dass die Entwickler ihren Fokus in den nächsten Jahren zunehmend von der reinen Funktionalität der Anwendungen hin zu den Geschäftsprozessen verlagern werden. Damit bremst Software nicht mehr schnelle Anpassungen in der Geschäftsstrategie, sondern ermöglicht diese sogar, versprechen die Marktforscher. Im Kommen sind den Analysten zufolge außerdem Mietsoftware und auf Komponenten basierende Applikationen. Mit dem Verschwinden von klassischen Softwarepaketen und der Auslieferung von serviceorientieren Anwendungen soll gleichzeitig auch die Unterscheidung von Softwareintegratoren und -anbietern wegfallen, so die Auguren.

Open-Source Software

Quelloffene Software wird IT-Riesen wie IBM oder Microsoft laut Gartner zwar nicht zu Fall bringen, aber eine Verlagerung der Umsatzströme von Lizenzerlösen zu Service- und Support-Einnahmen verursachen. Die Marktforscher prognostizieren, dass die 2000 größten Unternehmen weltweit bis 2010 bei 80 Prozent ihrer geplanten Investitionen in Infrastruktursoftware den Einsatz von Open-Source-Produkten in Betracht ziehen. Geht es um die Anschaffung von Business-Software soll der Anteil 25 Prozent betragen

IT Utility

Gartner schätzt, dass die mit Utility Computing möglichen Effizienzgewinne die Hardwarekosten von großen Unternehmen um zehn bis 30 Prozent und die Personalkosten um 30 bis 60 Prozent reduzieren. Bis 2010 werden daher Konzerne im Schnitt 30 Prozent ihrer Software als Service beziehen.

Global Sourcing

Gartner sieht in IT-Outsourcing/Offshoring einen unwiderruflicher Trend und keine zyklische Entwicklung. Die Führung eines Unternehmens sollte daher die mit einer Auslagerung verbundenen Vorteile sowie Risiken prüfen und je nach Business Case das passende Modell wählen. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen werden aus Sicht der Auguren enorm sein: So schätzt das Institut, dass im Jahr 2015 rund 30 Prozent aller traditionellen IT-Service-Jobs von Menschen aus Schwellenländern ausgeübt werden. Dabei soll Indien weiterhin eine wichtige Rolle spielen, ab 2008 kämen dann vermehrt auch China, Russland und Brasilien zum Zug. (mb)