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Hopp/Kagermann: SAP kommt auch ohne Microsoft gut zurecht

14.06.2004

Auch knapp eine Woche nach der Bekanntgabe beschäftigt sich die Presse noch mit den (ergebnislosen) Fusionsgesprächen zwischen Microsoft und SAP: In einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" befürwortete SAP-Mitgründer und Aufsichtsratsmitglied Dietmar Hopp die weitere Eigenständigkeit des Softwarekonzerns. Gleichzeitig räumte er allerdings ein, dass eine Fusion mit dem Softwareriesen einen gewissen Charme gehabt hätte: "Das wäre ein unschlagbares Gebilde geworden." So sei SAP für die nächsten fünf Jahre auf der sicheren Seite, in der Konstellation mit Microsoft wäre das Unternehmen dies vielleicht 20 Jahre lang gewesen.

Auch Vorstandschef Henning Kagermann vertrat in einem Interview mit der "Frankfurter Sonntagszeitung" die Ansicht, dass es SAP wegen seiner breiten Aufstellung auch sehr gut alleine schaffe. Der Konsolidierungsdruck sei auf jeden Fall da, weil der Markt für Unternehmenssoftware noch stark fragmentiert sei. So sei SAP mit weitem Abstand Marktführer und besäße doch nur 18 Prozent Marktanteil. Der Topmanager schätzt, dass vor allem viele mittelgroße Anbieter aus dem Markt verschwinden werden.

Das Übernahmescharmützel zwischen Oracle und Peoplesoft beobachtet Kagermann indes mit Gelassenheit. Bei einem Zusammenschluss wären die beiden Unternehmen immer noch deutlich kleiner als SAP, meint er. Außerdem kosten solche Fusionen viel Kraft und Zeit, in der SAP seinen Abstand weiter vergrößern könne. Falls nichts passiert, blieben zwei Wettbewerber zurück, die ihren eigenen Produkten nicht vertraut haben. (mb)