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Holtzbrinck greift sich studiVZ

03.01.2007
Der Medienkonzern Holtzbrinck hat den deutschen FaceBook-Abklatsch studiVZ gekauft.

Holtzbrinck war über seine Wagniskapitaltochter bereits frühzeitig an studiVZ beteiligt und hielt eine Minderheitsbeteiligung. Über den Kaufpreis wurde offiziell Stillschweigen vereinbart. "Spiegel online" kolportiert aber einen Betrag von "rund 100 Millionen Euro" - das riecht verdächtig nach Web-Blase 2.0.

studiVZ wurde im Jahr 2005 von den beiden Studenten Ehssan Dariani (26, Universität St. Gallen) und Dennis Bemmann (28, Humboldt-Universtität Berlin) gegründet. Es hat nach eigenen Angaben inzwischen über eine Million Mitglieder im deutschsprachigen Raum und betreibt außerdem Ableger in Frankreich, Spanien, Italien und Polen. Zu den Geldgebern der Firma gehörten übrigens auch die Gebrüder Samwer, die zuerst ihre eBay-Kopie Alando an das Original und später den Klingelton-Terror Jamba an Verisign verkauften und damit ihren Riecher für erfolgversprechende Start-ups bewiesen.

Holtzbrink gliedert studiVZ in seine Neue-Medien-Sparte Holtzbrinck Networks ein. Diese hält weitere Beteiligungen an unter anderem buecher.de, parship.de, bol.com und meinestadt.de. Einer Mitteilung zufolge bleibt der Zukauf "selbstverständlich als eigenständige Einheit erhalten". Sämtliche Nutzerdaten sollen demnach bei studiVZ verbleiben und nicht bei anderen Holtzbrinck-Unternehmen verwendet werden. Ebenfalls bei studiVZ verbleiben soll das bisherige Management, das laut "Spiegel online" übrigens alles andere als unumstritten ist. (tc)