Schwacher Yen

Hoffnungsschimmer für Sharp und Panasonic

03.02.2013
Die einst glorreiche japanische Elektronik-Industrie kämpfte zuletzt mit riesigen Verlusten.
Tokios legendäres Elektronikviertel Akibahara
Tokios legendäres Elektronikviertel Akibahara
Foto: Jmho (CC BY-SA 3.0)

Sharp und Panasonic wittern nach riesigen Verlusten wieder Morgenluft. Den japanischen Elektronik-Konzernen kommt dabei neben Sanierungs-Erfolgen auch der etwas schwächere Yen zugute. Panasonic schrieb im vergangenen Quartal überraschend schwarze Zahlen, Sharp schaffte immerhin den ersten operativen Gewinn seit mehr als einem Jahr. Die japanischen Elektronik-Konzerne leiden schwer unter dem Nachfrage-Rückgang bei Flachbild-Fernsehern, mit dem ihre Rivalen aus Südkorea und China besser klarkommen.

Sharp wird besonders aufmerksam beobachtet, seit der Flachbild-TV-Pionier im vergangenen Herbst gewarnt hatte, dass die desolate Finanzlage seine Existenz bedrohe. Mit den aufgestauten hohen Verlusten rechnet Sharp für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr zwar weiterhin mit einem Rekordminus von 450 Milliarden Yen (3,6 Milliarden Euro). Aber zuletzt gab es merkliche Fortschritte.

So belebte sich das Geschäft von Sharp in dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal (PDF-Link) wieder etwas mit einem Umsatzplus von 15,1 Prozent auf 678,1 Milliarden Yen (5,45 Milliarden Euro). Unterm Strich gab es einen Verlust 36,7 Milliarden Yen (295 Millionen Euro). Eine deutlich verbesserte Ertragslage bei elektronischen Geräten sorgte aber immerhin für einen dünnen Betriebsgewinn von 2,6 Milliarden Yen (knapp 21 Mio Euro).

Sharp baute bereits mehrere tausend Stellen ab, holte sich den US-Chipspezialisten Qualcomm als Investor ins Boot und sicherte sich hohe kurzfristige Kredite bei den Banken. Der Konzern setzt für die Zukunft vor allem auf die neuen Displays mit einer neuartigen Technologie. Die IGZO-Technik (Indium Gallium Zinc Oxide) soll bessere Bildqualität bei niedrigem Stromverbrauch und dünnen Panels bieten. Ein positives Zeichen: Im vergangenen Quartal (PDF-Link) legte der Umsatz mit LCD-Bildschirmen um 49,1 Prozent auf 258,2 Milliarden Yen zu. Sharp gilt auch als ein wichtiger Display-Lieferant von Apple und wird mit mutmaßlichen Plänen des US-Konzerns im Geschäft mit TV-Geräten in Verbindung gebracht.

Nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sieht die Sharp-Bilanz trotz aller Fortschritt immer noch mies aus: Der Nettoverlust verdoppelte sich auf 424 Milliarden Yen, der Umsatz schrumpfte um 6,4 Prozent auf 1,78 Billionen Yen.

Panasonic erzielte entgegen den Erwartungen von Analysten sogar einen Quartalsgewinn von 61,4 Milliarden Yen (493 Millionen Euro). Unter anderem lief das Geschäft mit Fernsehern und Displays wieder profitabler. Der Umsatz schrumpfte dabei um acht Prozent auf 1,8 Billionen Yen (14,4 Milliarden Euro).

Für das gesamte Geschäftsjahr geht Panasonic weiterhin von einem Riesenverlust von 765 Milliarden Yen aus. Das Unternehmen sieht sich aber auf dem Weg in die Gewinnzone. Auch Panasonic griff dafür massiv zum Rotstift mit dem Abbau von mehr als 30.000 Arbeitsplätzen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres verdoppelte sich der Nettoverlust nahezu auf 623,8 Milliarden Yen. Der Umsatz schrumpfte um 8,8 Prozent auf 5,4 Billionen Yen. (dpa/tc)

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